Den Sommer hat sich Phil Foden ganz anders vorgestellt: Anstatt mit der englischen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko um den Titel zu kämpfen, blieb der 26-Jährige zu Hause und wurde nicht von Thomas Tuchel in den WM-Kader berufen.
Ein alter Vertrauter ist seine letzte Hoffnung
Alles auf Anfang
Als Zuschauer musste er mitansehen, wie seine Landsmänner ein starkes Turnier spielten und am Ende Dritter wurden. Foden nutzte die freie Zeit, um abzuschalten. Er war beispielsweise zu Gast bei der Formel 1 in Silverstone sowie beim prestigeträchtigen Tennisturnier in Wimbledon. Zudem ging er mit seinem Sohn Ronnie angeln, aber bereitete sich trotzdem schon auf die neue Saison vor. Denn der heftige Nackenschlag der Nicht-Nominierung war das Ergebnis einer lang anhaltenden Formkrise.
Guardiolas Erklärung für Fodens Formtief
Seit Mitte Januar wurde Foden von Citys ehemaligem Trainer Pep Guardiola 17-mal auf die Bank gesetzt. In den wichtigen Spielen im Pokal sowie in der Premier League kam er gar nicht beziehungsweise kaum zum Einsatz.
„Phil hat manchmal solche Phasen. Ich habe ihm immer gesagt: ‚Vergiss niemals, wer du bist. Vergiss als Fußballer niemals deine Fähigkeiten und dein Potenzial. Kehre einfach zu dem zurück, der du bist’“, sagte Guardiola im Mai auf einer Pressekonferenz.
Die Freude muss wiederkommen
Der Spanier betonte damals, dass man wieder die Freude sehen müsse, wenn Foden Fußball spiele, denn diese sei ihm abhandengekommen. „Es ist einfach eine Freude, Fußball zu spielen, so wie damals, als du ein kleiner Junge warst und auf der Straße, in der Schule oder in der Akademie gespielt hast. Und wenn das passiert, wird er wieder durchstarten“, war sich Guardiola sicher.
Der 55-Jährige verriet, dass er aus diesem Grund seinem Schützling klargemacht habe, dass ihm zwar die Leute um ihn herum dabei helfen könnten, aber die Freude am Spiel aus ihm selbst heraus kommen müsse. „Stell dir einfach vor, dass das breiteste Lächeln auf deinem Gesicht die Freude am Spiel ist“, habe er seinem Schützling gesagt. „Denn du bist derjenige, der spielt, und niemand anderes.“
Maresca möchte Foden helfen
Guardiolas Nachfolger Enzo Maresca hat sich als klares Ziel gesetzt, Foden wieder zu alter Stärke zu führen. Er betonte in einem Vereinsinterview: „Ich möchte Phil einfach dabei helfen, der Phil zu sein, den wir uns alle wünschen. In erster Linie für ihn selbst, denn er muss Spaß am Fußball haben, und zweitens, weil ich weiß, wie gut er ist.“
Maresca, der in der Saison 2022/23 Co-Trainer von Guardiola bei den Skyblues war, sagte in aller Deutlichkeit: „Wenn Phil in guter Form ist, kann er Spiele entscheiden. In der Saison des Triples war er fantastisch, in der darauffolgenden Saison wurde er zum Spieler des Jahres gewählt. Er hatte ein wenig zu kämpfen, aber ich habe ihm gesagt, dass es meine Pflicht ist, ihm zu helfen. Er stammt aus dem eigenen Verein. Er ist mein Schützling. Er ist ein City-Fan.“
Auch Foden freut sich auf das Wiedersehen, denn er sagte kurz nach seiner Vertragsverlängerung: „Ich kann es kaum erwarten, wieder mit Enzo zusammenzuarbeiten. Er war in der Saison des Triples brillant – jemand, den alle Spieler respektierten und mit dem sie gerne zusammenarbeiteten. Es ist aufregend, ihn wieder hier zu haben.“
Der 26-Jährige führte weiter aus: „Ich persönlich weiß, dass ich mich durch die Arbeit mit unseren Trainern und unserem Weltklasse-Kader enorm verbessert habe. Da viele der Legenden, die hier waren, als ich meinen Durchbruch schaffte, nun weiterziehen, freue ich mich auf die nächste Phase meiner Karriere bei diesem großartigen Verein.“
Maresca als X-Faktor für Fodens Rehabilitation
Dementsprechend ist Maresca gleichsam Fodens X-Faktor und wohl auch letzte Hoffnung auf dem Weg zurück in die Weltklasse. Der Trainer weiß offenbar, wie er seinen Schützling packen muss. Dennoch ist es wichtig, dass er selbst hart daran arbeitet, seine überragenden Qualitäten wieder auf den Platz zu bringen.
Das Ziel ist klar: Sich bei ManCity für Maresca unersetzlich zu machen und sich auch wieder für die Nationalmannschaft zu empfehlen – schließlich steht in zwei Jahren mit der Heim-EM das nächste große Highlight an, bei dem er ganz bestimmt nicht wieder die Zuschauerrolle einnehmen möchte.