US-Nationaltrainer Mauricio Pochettino hat mit einer mehr als ungewöhnlichen Forderung für reichlich Aufsehen gesorgt. Der 54-Jährige hat sich dafür ausgesprochen, dem FC Chelsea den Premier-League-Titel der Saison 2016/17 nachträglich abzuerkennen.
Pochettino mit kurioser Forderung
Pochettino mit kurioser Forderung
Stattdessen solle nach Meinung des Argentiniers sein Ex-Klub Tottenham Hotspur als offizieller Meister ernannt werden – mit den Spurs war Pochettino damals auf Platz zwei der Tabelle eingelaufen und knapp am ersten PL-Titel der Vereinsgeschichte vorbeigeschrammt.
Pochettino fordert nachträglich Premier-League-Titel
„Wir hätten einen Titel gewinnen sollen, eine Premier-League-Meisterschaft. Er hätte uns zugesprochen werden müssen“, klagte Pochettino jetzt bei einer Medienrunde. „Sie wurden bestraft, sie haben es zugegeben – und das war’s dann? Der Titel sollte an die Mannschaft gehen, die Zweite wurde“, polterte er.
Damit spielte Pochettino auf Verstöße von Chelsea gegen die Finanzregeln der englischen Liga an – und zwar zwischen den Jahren 2011 und 2018, also in jenem Zeitraum, in dem auch besagter Titelgewinn gelang. Die Blues gaben ihr eigenes Fehlverhalten zu und wurden mit einer Geldstrafe von 12,5 Millionen Euro sowie einer zweijährigen Transfersperre auf Bewährung bestraft. Damals stand der Klub noch unter der Führung des russischen Oligarchen Roman Abramowitsch.
Chelsea? „Hatten nicht die gleichen Voraussetzungen“
Für Pochettino reichen aber die finanziellen Strafen offenbar auch neun Jahre später nicht aus – er fordert deshalb die Aberkennung des Ligatitels: „Es ist völlig fair zu sagen, dass wir vor Saisonbeginn nicht mit den gleichen Voraussetzungen angetreten sind“, raunte der 54-Jährige. „Wenn sie zugegeben haben, dass sie gegen die Regeln verstoßen haben, dann hätte der Premier-League-Titel der zweitbesten Mannschaft gehören müssen“, schlussfolgerte er – und das waren damals eben ausgerechnet Pochettinos Spurs.
Am Ende der Spielzeit landete man mit 86 Zählern sieben Punkte hinter Meister Chelsea, damals von Antonio Conte trainiert, der vier Jahre später selbst bei Tottenham an der Seitenlinie stand. Pikanterweise hat auch Pochettino selbst eine Chelsea-Vergangenheit – 2023/24 führte er die Londoner auf Rang sechs.
„Habe keine Angst, die Wahrheit zu sagen“
Der verpassten Meisterschaft von 2017 trauert der US-Coach aber offenbar noch immer hinterher: „Ich habe keine Angst, die Wahrheit zu sagen. Die Chelsea-Fans werden sauer auf mich sein, weil ich das sage, aber wenn wir bei Tottenham wären und gegen die Regeln verstoßen hätten, würde ich das auch zugeben“, sagte Pochettino abschließend.
Dass er mit seiner Forderung tatsächlich Erfolg haben könnte, ist äußerst unwahrscheinlich – die Premier League hat keine klaren Regularien, die eine Aberkennung der Meisterschaft regeln würden. Auch Manchester City wurde mehrfach für Verstöße gegen die Finanzregeln der Liga schuldig gesprochen – und durfte all seine Meistertitel behalten.