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Kommt es jetzt ganz dicke?

Kommt es jetzt ganz dicke?

Die AC Mailand fürchtet ein Fiasko im Saisonendspurt der Serie A. Während nicht nur Niclas Füllkrug anscheinend das Toreschießen vergisst, ist die Verunsicherung allerorten greifbar.
Für Niclas Füllkrug (r.) und den AC Mailand läuft es in der Serie A gar nicht gut
Für Niclas Füllkrug (r.) und den AC Mailand läuft es in der Serie A gar nicht gut
© IMAGO / Goal Sports Images
Die AC Mailand fürchtet ein Fiasko im Saisonendspurt der Serie A. Während nicht nur Niclas Füllkrug anscheinend das Toreschießen vergisst, ist die Verunsicherung allerorten greifbar.

„Der Teufel macht keine Angst mehr. Im Gegenteil: Jetzt ist er es, der Angst hat“, lautete das Urteil der italienischen Tageszeitung Corriere della Sera, als der AC Mailand am Samstag vergangene Woche 0:3 gegen Udinese Calcio verlor.

Es ist nur ein kleiner Teil der vernichtenden Kritik in der heimischen Presse, die das Team von Niclas Füllkrug zuletzt kassierte („Zusammenbruch“, „Mailands Albtraumabend“, „Schiffswrack“). Doch der Grund für die um sich greifende Panik rund um den Klub ist nicht bloß die überraschende Niederlage am vergangenen Spieltag, sondern eine Negativserie, die im Saisonendspurt noch gravierende Folgen haben könnte.

Von Titelträumen zum Bangen um die Champions League

Noch am 8. März hatte Milan einen 1:0-Sieg im Stadtderby gegen Inter gefeiert und mit nur noch sieben Punkten Rückstand Hoffnung auf eine Aufholjagd im Meisterschafts-Rennen aufkommen lassen.

Statt Titelhoffnungen macht sich bei den Rossoneri inzwischen jedoch die Furcht breit, sogar noch einen Platz unter den Top Vier und damit die Qualifikation für die Champions League zu verpassen. Drei der letzten vier Spiele gingen verloren, allesamt ohne dabei ein eigenes Tor zu erzielen. In der Tabelle enteilte Tabellenführer Inter folglich auf zwölf Punkte und auch der SSC Neapel setzte sich vor die Mailänder.

Die Konkurrenz blieb derweil nicht untätig und rückte näher heran. Juventus Turin befindet sich drei Punkte hinter Milan bereits in Schlagdistanz, während auch Como und die AS Rom (je fünf Punkte Rückstand) auf weitere Pleiten lauern. Laut Corriere dello Sport bedeute diese längst „keine kleinen Warnsignale mehr, sondern heulende Sirenen“.

Milan-Fans pfeifen eigene Mannschaft gnadenlos aus

Die Gefahr einer erneuten Saison ohne Teilnahme an der Königsklasse scheint auch den Fans längst bewusst zu sein. Unter den gellenden Pfiffen der Anhänger, die das San Siro nicht frühzeitig verlassen hatten, mussten die Spieler vor einer Woche den Gang in die Kabine antreten.

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„Es ist richtig, dass wir heute ausgepfiffen wurden“, meinte Coach Massimiliano Allegri im Anschluss. Einige der Milan-Stars nahmen sich auch selbst in die Pflicht und forderten mehr Mentalität ein. „Diese Mannschaft hat technische Qualität, aber jetzt müssen wir auch persönlichen Einsatz zeigen“, sagte Samuele Ricci.

Auch Adrien Rabiot schloss sich dieser Analyse an und erklärte: „Uns haben die Ordnung auf dem Platz und der Wille gefehlt – die Entschlossenheit, Tore zu erzielen und unser Ziel zu erreichen.“ Man müsse dem Gegner nachjagen und als Team geschlossener auftreten. „Das haben wir verloren: den Einsatz füreinander, gemeinsam zurückzuarbeiten und zusammen zu kämpfen. Genau das müssen wir wiederfinden – das hat uns bis hierhin stark gemacht.“

Füllkrug und Leao im Mittelpunkt der Krise – Wo bleiben die Tore?

Bei genauerer Betrachtung der vergangenen Wochen und Monaten wird jedoch schnell ein weiteres Problem klar, an dem auch Nationalstürmer Füllkrug beteiligt ist. Seit seinem Wechsel im Winter erzielte er in 16 Partien lediglich ein Tor, vor inzwischen 80 Tagen. Damit fügt sich Füllkrug in ein größeres Bild ein.

Auch die anderen Stürmer-Stars Rafael Leao, Christopher Nkunku, Christian Pulisic blicken auf Woche, teils Monate lange Torlos-Serien zurück während der länger verletzte Santiago Giménez sogar noch auf seinen ersten Treffer in der Liga wartet.

Besonders zu spüren bekam den Frust zuletzt Leao, der gegen Udinese bei seiner Auswechslung von den eigenen Fans gesondert ausgepfiffen wurde und sichtlich niedergeschlagen auf der Bank Platz nahm. Zuvor hatte er sich einige Fehlschüsse geleistet und sich eine überflüssige Gelbe Karte abgeholt. „Ist Leaos Zeit bei Milan am Ende?“, schrieb Corriere dello Sport bereits mit Blick auf die wachsende Ungeduld der Anhänger.

„Verlieren verboten“: Mailand vor Härtetest

Doch das Problem um Leao und die weiteren Stürmer im Kader wird sich personell erst im kommenden Sommer lösen lassen. Bis dahin muss Allegri Wege finden, seinen aktuellen Schützlingen die Verunsicherung auszutreiben.

Allegri steht dabei auch persönlich unter Druck: In italienischen Medien wird bereits daran erinnert, dass er 2024 von Juventus zwei Spieltage vor dem Saisonende entlassen wurde, nachdem er in 15 Spielen nur zwei Siege einfahren konnte.

Schon am Nachmittag wartet gegen Hellas Verona aber ein Spiel bei dem laut Corriere della Sera gilt: „Verlieren verboten, um nicht ins Duell gegen Juventus zu gehen, als wäre es schon ein ‚Do-or-Die‘-Spiel.“