Alles muss raus! Nach dem Verpassen der Champions League war bei der AC Milan personeller Kahlschlag angesagt. Neben CEO, Sportdirektor und dem technischen Direktor musste auch Trainer Massimiliano Allegri seinen Hut nehmen. Mehreren italienischen Medien nach könnte er aber direkt den nächsten Job an der Angel haben.
Der Nächste, bitte! So irre dreht sich das Trainer-Karussell in Italien
Italiens verrücktes Trainer-Karussell
Denn auch bei der SSC Neapel ist ein Platz auf dem heißen Stuhl frei geworden. Nach zwei Jahren, inklusive Meisterschaft und einer Vize-Meisterschaft, verabschiedet sich Antonio Conte auf eigenen Wunsch von den Partenopei. Laut der italienischen Gazzetta dello Sport ist die Vorstellung Allegris als Napoli-Coach nur noch Formsache. Es könnte die nächste Episode einer irrwitzigen Trainer-Rochade werden.
Wechselspiel zwischen Serie A und Nationalmannschaft
„Never change a running system“ – oder: „Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht!“ Leitsätze, die sich auf den Trainermarkt im italienischen Fußball gut übertragen lassen.
Würde Allegri tatsächlich Antonio Conte beerben, wäre Neapel sein dritter Topklub in der Serie A. Vor seinem zweiten Engagement in Mailand hatte er bereits lange Jahre für Juventus Turin an der Seitenlinie gestanden.
Auch für Conte bahnt sich im Sommer direkt die nächste lukrative Anstellung an. Beim 56-Jährigen wird offen über eine Rückkehr zur Nationalmannschaft spekuliert. Für die Squadra Azzurra war er bereits von 2014 bis 2016 tätig. Damals legte er sein Amt nach dem dramatischen Aus im EM-Viertelfinale gegen Deutschland nieder.
Auch Conte kann auf eine reiche Serie-A-Karriere zurückblicken. Neben Jobs bei Atalanta Bergamo und Inter Mailand war er von 2011 bis 2014 Allegris Vorgänger bei Juve. Zwischendurch schaffte er zweimal den Weg raus aus Italien und heuerte beim FC Chelsea und Tottenham Hotspur an.
Conte, Gattuso, Sarri – ein Dominospiel
Dass Conte überhaupt für eine zweite Amtszeit als Nationaltrainer infrage kommt, liegt an der erneut verpassten WM-Teilnahme der Italiener. Nach der Play-Off-Niederlage gegen Bosnien-Herzegowina musste dort Gennaro Gattuso als Übungsleiter abdanken. Interimsweise wird die Mannschaft seitdem von Silvio Baldini betreut.
Aber auch Gattusos Karriere-Aussichten scheinen vom Scheitern der letzten Stationen nicht getrübt zu sein. Der Ex-Spieler, der als Trainer unter anderem schon in Neapel und bei der AC Milan die Fäden zog, könnte womöglich im Sommer bei Lazio Rom vorgestellt werden.
Sein möglicher Vorgänger in der Hauptstadt reiht sich ebenfalls ein in diese Liste ikonischer italienischer Trainer unserer Zeit. Für die Laziali zeichnete bisher Maurizio Sarri verantwortlich. Mit einjähriger Unterbrechung stand der notorische Kaugummi-Kauer seit 2021 in der ewigen Stadt in Amt und Würden.
Aber auch für Sarri geht die Reise, man ahnt es, wohl weiter durch Italien. Atalanta Bergamo zeigt Interesse am 67-Jährigen. Die Bergamasken könnten seine sechzehnte (!) Trainerstation im italienischen Fußball werden.
Immerhin: Mit Juventus Turin, Inter Mailand und der AS Rom haben drei der Top-Sechs-Teams angekündigt, mit ihren Trainern weitermachen zu wollen.
Bei der alten Dame aus Turin ist aktuell Luciano Spalletti Trainer. Auch er hat mit Stationen bei Neapel, Inter Mailand, AS Rom und der Nationalmannschaft einiges an Erfahrungen vorzuweisen.
Und auch die Roma hat mit Gian Piero Gasperini einen alten Bekannten auf der Trainerbank. Der 68-Jährige trainierte vorher neun Jahre lang Atalanta.
Auch die deutschen Trainer mischen mit
Offene Fragen bleiben trotzdem noch zur Genüge. Beim FC Bologna, das dieses Jahr nur knapp das europäische Geschäft verpasste, bringt der Abgang von Vincenzo Italiano zusätzlichen Schwung ins Trainer-Karussell. Hier kursiert immer wieder der Name Domenico Tedesco. Der Deutsche war bis zum April in der Türkei bei Fenerbahce angestellt.
Auch Milan, das mit der Allegri-Entlassung den großen Stein ins Rollen gebracht hatte, muss sich für die neue Saison wappnen. Hier soll aber gleich die ganze sportliche Führung erneuert werden.
Zlatan Ibrahimovic, mittlerweile Berater des Klubs, soll bereits Gespräche mit Ralf Rangnick geführt haben, um diesen als sportlichen Leiter zu installieren. Rangnick wird dabei immer wieder gemeinsam mit dem deutschen Trainer Matthias Jaissle genannt.
In der italienischen Presse sind außerdem die Namen von Barca-Legende Xavi und US-Coach Mauricio Pochettino zu lesen.
Pochettino selbst befeuerte diese Gerüchte jüngst. Auf die Frage, ob es bereits Verhandlungen mit Milan gegeben habe, antwortete er: „Vielleicht. Möglich. Denn meine Berater müssen ihren Job machen.“