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"Moralisch bankrott": Pirlo heftig in Kritik geraten

Pirlo heftig in Kritik geraten

Autogramme, Selfies - und massive Kritik: Ein Auftritt der italienischen Ex-Weltmeister Andrea Pirlo und Marco Materazzi in Russland sorgt für Empörung.
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Autogramme, Selfies - und massive Kritik: Ein Auftritt der italienischen Ex-Weltmeister Andrea Pirlo und Marco Materazzi in Russland sorgt für Empörung.

Italiens frühere Fußball-Weltmeister Andrea Pirlo und Marco Materazzi sind aufgrund eines PR-Auftritts in Moskau in die Kritik geraten. Wie mehrere italienische Medien sowie der britische Guardian berichten, schrieben die beiden Ex-Profis beim „Tag des Fußballs“ am Sonntag im Luschniki-Stadion Autogramme und posierten für Selfies.

Bei der Veranstaltung rund um das russische Pokalfinale sollen auch kremlfreundliche Künstler aufgetreten sein. Russland hatte Kiew in der Nacht zum Sonntag mit Raketen- und Drohnenangriffen überzogen.

Scharfe Kritik an Pirlo-Auftritt

„Geld kann viele Dinge kaufen, es kann sogar, unglaublicherweise, einen Sportchampion dazu bringen, in Moskau Bälle zu signieren, in denselben Stunden, in denen dieses kriminelle Regime wahllos Zivilisten tötet und europäische Länder bedroht“, schrieb Pina Picierno, Vizepräsidentin des EU-Parlaments, in den Sozialen Medien. Was Geld nicht kaufen könne, sei „die Glaubwürdigkeit, die Haltung, das Wissen, wie man mit Ehre und geradem Rücken in den Angelegenheiten der Welt steht. Es ist eine große Schande, dass Pirlo diese Dinge offenbar nicht verstanden hat.“

Auch der ukrainische Skeletonpilot Wladyslaw Heraskewytsch, der aufgrund seines Helms mit den Gesichtern von Kriegsopfern von den diesjährigen Winterspielen ausgeschlossen worden war, kritisierte scharf, dass Pirlo in Moskau an der Seite des russischen Fußballers Artjom Dsjuba, der die „Kreml-Politik und die Tötung von Ukrainern“ offen unterstütze, auftrat. Es sei „traurig zu sehen, wie sich Kindheitsidole zu moralisch bankrotten Menschen entwickeln, für die nichts wertvoller ist als der russische Rubel. Schande.“

Veranstaltung wurde wohl von russischem Wettanbieter organisiert

Laut Guardian wurde die Veranstaltung von einem russischen Wettanbieter organisiert, für den Pirlo als Markenbotschafter fungiert. Die britische Zeitung zitierte eine Aussage des 47-Jährigen, der 2006 an der Seite Matarazzis den WM-Titel gewonnen hatte: „Unsere Präsenz in Moskau ist ausschließlich unserer Leidenschaft für den Sport und der Zuneigung der Fans geschuldet, die uns während unserer gesamten Karriere stets unterstützt haben.“

Pirlo arbeitet inzwischen als Trainer bei United FC in Dubai.