Henry Maske hat sich beim „Deutschen SportFilmFest“ kritisch über den Zustand und die Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Leistungssports geäußert.
Sport-Deutschland am Boden? Legende mahnt eindringlich
„Das macht mir Angst“
Die deutsche Box-Legende stand im Rahmen der Präsentation einer Dokumentation über seine Karriere („Henry Maske – mein Weg“) im Oberhausener Ebertbad Rede und Antwort – und offenbarte schonungslos seine Gedanken: „Das macht mir Angst!“
Der heute 62-Jährige bemängelte insbesondere die ausbleibenden Spitzenleistungen im deutschen Sport. „Für mich war der schmerzlichste Moment die Weltmeisterschaften in der Leichtathletik (September 2025 in Tokio; Anm. d. Red.), das war doch wirklich traurig. Es gibt Sportarten, in denen man mal durchgereicht werden kann. Die Leichtathletik aber ist eine ganz breite Fläche, da kommen die Besten aus ganz vielen verschiedenen Disziplinen und Städten. Früher waren wir immer dabei, und heute ist kaum noch jemand da.“
Maske: „Das gibt es doch gar nicht“
Im finalen Medaillenspiegel belegte Deutschland nur Rang elf, die einzige Goldmedaille holte der in den USA trainierende Leo Neugebauer im Zehnkampf. Maske stellte bedrückt fest: „Unsere vermeintlichen Asse haben es auch nicht mehr gepackt. Ich dachte: ‚Das gibt es doch gar nicht.‘“
Doch auch im Wintersport sei der Rückstand zur Weltspitze inzwischen offensichtlich: „Wenn die Biathleten nicht mehr dabei sind, dann ist das beängstigend. Und das ist ein Abbild der Gesellschaft. Das macht mir Angst.“
Bei den Winterspielen in Mailand und Cortina haben die deutschen Skijäger lediglich eine Bronzemedaille in der Mixed-Staffel geholt – ein schlechteres Abschneiden hatte es in der Olympia-Geschichte zuvor noch nie gegeben.
Verantwortlich für den Leistungsabfall machte Maske die deutsche Sportförderung sowie die seit der Wende entstandenen Strukturen: „Da läuft nicht nur ein bisschen nicht richtig, sondern ganz viel falsch. Das ist beängstigend.“