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Leichtathletik-EM: Staffel holt Silber - und das ohne Ansah

Staffel-Silber – und das ohne Ansah

Das DLV-Quartett muss über 4x100 m nur den Briten in Birmingham den Vortritt lassen. Der vermeintlich beste Läufer steht dabei gar nicht am Start.
Starker Tag für die deutschen Athleten bei der Leichtathletik-EM. Owen Ansah sprintet sich zu Gold über 200 Meter. Auch Hürdenläufer Emil Agyekum und Diskuswerferin Shanice Craft tüteten Edelmetall ein.
Das DLV-Quartett muss über 4x100 m nur den Briten in Birmingham den Vortritt lassen. Der vermeintlich beste Läufer steht dabei gar nicht am Start.

Angefeuert von „Edelfan“ Owen Ansah haben die deutschen Sprinter bei der Leichtathletik-EM in Birmingham die Silbermedaille über 4×100 m geholt. Auch ohne den frischgebackenen 200-m-Europameister musste sich die DLV-Staffel mit Kevin Kranz, Marvin Schulte, Heiko Gussmann und Lucas Ansah-Peprah in 38,64 Sekunden im Finale nur Großbritannien (38,45) geschlagen geben. Bronze ging an Belgien (38,70).

„Wir haben eine sehr gute Bahn bekommen – genau in der Mitte. Wir hatten alle Top-Nationen nach außen weg. Man konnte über das Rennen hinweg alle einsammeln, deswegen habe ich mich an den Briten gesaugt und versucht so schnell wie möglich auf ihn aufzuschließen und dann einfach einen guten Wechsel auf Heiko gemacht“, resümierte Schulte anschließend im ZDF.

Schlussläufer Ansah-Peprah schob nach: „„Ich bin dann einfach um mein Leben gelaufen.“

Ansah hielt sein Versprechen ein, als „Edelzuschauer“, wie er es nannte, seinen Teamkollegen beizustehen. Angesichts der Dopingtestaffäre um den Hamburger, der am Vorabend zu Gold über 200 m gesprintet war, hatte der Deutsche Leichtathletik-Verband entschieden, seinen schnellsten Läufer nicht in der Staffel einzusetzen.

Ansah droht neben einer Sperre die Aberkennung aller Resultate und Erfolge seit Juli, das würde auch das komplette Ergebnis einer Staffel mit seiner Beteiligung umfassen.

Leichtathletik-EM: Frauen-Traum früh geplatzt

Bei den Frauen platzte der Traum von einer Medaille schon beim letzten Wechsel im Vorlauf. Der Versuch der Stab-Übergabe von Sophia Junk auf Schlussläuferin Lückenkemper ging schief, das DLV-Quartett war damit raus.

„In dem Moment, in dem ich Gina das Staffelholz geben wollte, hat es mir hinten links in den Oberschenkel hineingezogen“, sagte die untröstliche Junk im ZDF: „Da habe ich automatisch einen Sprung nach rechts gemacht. Dadurch konnte ich das Holz nicht mehr druckvoll übergeben, und da war es dann zu spät.“

Schon 2024 in Rom hatte die Sprintstaffel als Finalvierte eine Medaille verpasst. 2022 wurde Deutschland Europameister, aus diesem Quartett waren noch Rebekka Haase und Lückenkemper in Birmingham dabei.