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Wurf annulliert! Bitteres Aus für deutschen Olympiasieger

Aus für deutschen Olympiasieger

Thomas Röhler steht nach langer Leidenszeit vermeintlich endlich wieder im Endkampf bei einer Europameisterschaft. Doch kurz nach dem Wettkampf wird ein Quali-Wurf wegen einer Millimeter-Entscheidung aberkannt.
Die Leichtathletik-Europameisterschaften 2026 finden vom 10. bis 16. August in Birmingham statt und bringen über 1.600 Athletinnen und Athleten aus 48 Nationen zusammen, darunter Stars wie Armand Duplantis, Femke Bol und Malaika Mihambo.
Thomas Röhler steht nach langer Leidenszeit vermeintlich endlich wieder im Endkampf bei einer Europameisterschaft. Doch kurz nach dem Wettkampf wird ein Quali-Wurf wegen einer Millimeter-Entscheidung aberkannt.

Was für ein bitteres Aus für Speerwerfer Thomas Röhler bei der Leichtathletik-EM! Der Olympiasieger von 2016 hatte sich mit einem tollen Wurf auf 79,02 Meter vermeintlich für das EM-Finale qualifiziert, doch der Versuch wurde kurz nach dem Wettkampf annulliert. So verpasste Röhler das Finale um magere 21 Zentimeter.

Doch was war passiert? Der gebürtige Jenaer hatte bei seinem dritten und letzten Versuch den Speer auf starke 79,02 Meter geschleudert, ein persönlicher Lichtblick nach jahrelangen Verletzungsleiden. Da er die vordere Abwurflinie nicht übertrat, sah alles nach einem gültigen Versuch und dem Finale aus. Doch es kam anders.

Die Kampfrichter schauten ganz genau hin und erkannten beim Anlauf einen anderen Fehler: Röhler hatte die seitliche Begrenzung minimal berührt. So fehlten ihm nur wenige Millimeter zum Finaleinzug.

„Der Hauptschiedsrichter kam am Ende zu mir und hat gesagt: Den Wurf müssen wir leider rausnehmen. Dann habe ich gefragt: ‚Warum?‘ Und dann hat sie mir ein Bild gezeigt, dass ich mit dem linken Schuh die linke Seitenlinie ein Stück angekratzt habe. Das ist eine Sache, die mir so in meiner Karriere auch noch nie passiert ist“, ärgerte sich Röhler im ZDF.

Der Europameister von 2018 erklärte anschließend, wie es zu dem Fehler kommen konnte: „Die Idee war, weil ich aktuell zu weit nach außen drifte, dass ich weiter an die Linie gehe als optischer Anker. Das hat inhaltlich sehr gut funktioniert, hat dann aber leider um ein paar Millimeter nicht geklappt.“

Leichtathletik-EM: Röhler trotz Aus zufrieden

Weil sein starker dritter Versuch aus der Wertung genommen wurde, stand Röhler nach drei Versuchen nur bei 78,67 Metern. 78,88 Meter und somit 21 Zentimeter mehr hätte er für das Finale gebraucht.

„Es war trotzdem definitiv ein Meilenstein auf dem Weg nach Los Angeles. Das ist das große Ziel, was ich mir vorgenommen habe“, zeigte sich Röhler dennoch versöhnlich. 2028 finden dort die Olympischen Sommerspiele statt.

Dass er bei einer Europameisterschaft überhaupt wieder eine Weite warf, die für ein Finale hätte reichen können, sei für ihn dennoch eine extreme Erleichterung. Vor knapp zehn Jahren war Röhler der Speerwurf-Dominator. Erst gewann er 2016 in Rio Olympia-Gold, zwei Jahre später in Berlin Gold bei der EM.

Röhler spricht über Leidenszeit

Danach begann eine unglaubliche Leidenszeit: „Viele wissen es, die die letzten sechs Jahre verfolgt haben, dass es da extrem schwer war. Erst mit der Rückenverletzung und dann der Borreliose.“

Mit zahlreichen Verletzungen fiel Röhler immer wieder aus. Auch wenn er fit war, belasteten die Schmerzen und Rückschläge seinen Körper so sehr, dass er nie wieder wirklich in die Weltspitze fand. „Trotzdem gibt es viele Sportler, die erfolgreich zurückkommen. Ich hätte mir natürlich schon für dieses Jahr das Happy End gewünscht. Dennoch ist es eine gute Saison“, analysierte Röhler.

Souverän ins Finale schaffte es dagegen Julian Weber. Der Europameister von 2022 warf im ersten Versuch 84,02 m und übertraf damit die geforderten 82,00 m deutlich.