Owen Ansah strahlte. Nach seinem spektakulären Sturmlauf zu EM-Gold sprudelte es nur so aus ihrem heraus. Weiter Medaillen gewinnen, auch bei Weltmeisterschaften, die 200 Meter regulär unter 20 Sekunden laufen, immer besser werden – Ansah hat viel vor in der Zukunft.
Doping? Das sagt Gold-Läufer Ansah
Das sagt Ansah zur Doping-Frage
Aber „über negative Sachen“ wollte der neue Europameister im Moment seines größten Erfolges auch in der Mixed Zone nicht sprechen, nachdem er sich zuvor in der ARD für ein „sehr nettes Interview“ bedankt hatte, in dem die Dopingthematik nicht größer angesprochen worden war.
Ansah ignoriert laufendes Dopingverfahren
Dabei könnte Ansah seinen 200-m-Titel und auch die Bronzemedaille über die 100 m ja wieder verlieren, schließlich fordert die Nationale Anti-Doping-Agentur (NADA) bekanntlich eine Sperre von vier Jahren für den Hamburger wegen einer nicht zustande gekommenen Dopingprobe. Ansah wollte sich dazu nach seinem Gold-Coup nicht äußern. „Das ist ein laufendes Verfahren“, sagte Ansah: „Ich bitte, dies auch jetzt wieder zu respektieren.“
Das juristische Hickhack könnte sich womöglich lange hinziehen, doch das blendet Ansah aus.
Der 25-Jährige konzentriert sich lieber „auf die Sachen, die ich beeinflussen kann, die lassen mich schnell rennen.“ Und wie. Am Freitagabend rannte er allen davon, elegant und kraftvoll stürmte er ins Ziel. 19,95 Sekunden, erstmals unter 20 Sekunden. Allerdings wehte der Wind etwas zu stark, sodass die Zeit nicht als deutscher Rekord anerkannt wird.
Europameister hat noch große Ziele
Die Traummarke auch unter regulären Bedingungen zu knacken, ist nun eines der großen Ziele von Ansah. „Ich glaube, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis ich dies hinbekomme“, sagte der Sportsoldat, der es nun auch mit der ganz großen Konkurrenz um 100-m-Olympiasieger Noah Lyles (USA) aufnehmen will.
Medaillen bei Weltmeisterschaften sind „das Ziel. Ich trainiere ja nicht nur für mich. Ich trainiere ja auch für Deutschland“, sagte Ansah: „Deutschland braucht weltweit Medaillen und dafür bin ich da, um dies zu tun.“
Einen entscheidenden Tipp für den Coup in Birmingham habe er von seinem dreijährigen Sohn bekommen. „Papa, du musst den Turbo zünden“, habe ihm dieser geraten.
Die Goldmedaille widme er „meinem Sohn und meinem Trainer.“
Mit Sport-Informations-Dienst