Lea Meyer erlebt im Finale über 3000 Meter Hindernis bei der Leichtathletik-EM am Donnerstag einen schrecklichen Abend! Die 28-Jährige führte das Rennen bis 200 Meter vor der Ziellinie an und lag noch vor ihrer nationalen Konkurrentin Gesa Krause auf Goldkurs. Dann aber der Schock!
Hinter den Kulissen legte Gesa Krauses zornige Rivalin noch nach
Seltsames Interview nach Sturz-Drama
Meyer stürzte beim Versuch, die Hürde am letzten Wassergraben zu überspringen, ihre Konkurrentinnen zogen unmittelbar vorbei. Krause holte den EM-Titel für Deutschland. Alice Finot (Frankreich) kam auf dem zweiten Platz ein, und Olivia Gürth holte mit Bronze die zweite deutsche Medaille. Meyer kam nur auf dem undankbaren vierten Platz ein – und gab anschließend im ZDF ein Interview, das aufhorchen ließ.
Nach dem Rennen konstatierte die erschöpfte und merklich aufgewühlte Meyer im Gespräch mit Moderatorin Maral Bazargani: „Wie soll es mir gehen? Mir geht es scheiße. Ich bin ganz ehrlich: Ich behaupte trotzdem, dass ich die beste Hindernisläuferin Europas mit Alice bin, zu 100 Prozent. Ich finde ich hätte die Medaille zu 100 Prozent verdient. So ein Sturz darf natürlich trotzdem nicht passieren. Das ist dämlich.“
Leichtathletik-EM: Meyer schießt gegen Krause
Über ihre siegreiche Teamkollegin Krause verlor Meyer dann auffällig negative Worte: „Es ist einem ja bewusst, dass Gesa keinen Meter etwas machen wird. Die sitzt es immer aus und rennt dann hinten raus.“
Weiter führte Meyer aus: „Ich habe darauf gewartet und gedacht: ‚Jetzt wachsam sein.‘ Das war ich. Ich habe natürlich gespürt, dass Elise (Thorner, britische Läuferin; Anm. d. Red.) kommt und ich kenne sie gut, sie ist super stark, und ehe man sich versieht, liegt man da. Einfach doof.“
Meyer schloss mit den trotzigen Sätzen: „Heute haben die besten Wettkämpferinnen gewonnen, trotzdem stehe ich spätestens in LA (Austragungsort der Olympischen Spiele 2028; Anm. d. Red.) als deutsche Rekordhalterin da. Ich gehöre an die Spitze Europas und ich bin schon zigmal hingefallen. Eine Medaille wäre schön gewesen, aber nichtsdestotrotz. Die beiden vorne sind deutlich älter (Krause ist 34, Finot 35, Anm. d. Red.) und hatten es auch verdient. Mehr habe ich dazu nicht zu sagen.“
Meyer legt in Mixed Zone nach: „Bin sauer“
Später legte sie in der Mixed Zone aber gar nach: „Meiner Meinung nach hat das Rennen heute nichts darüber auszusagen, wer die beste Läuferin in Europa ist. Es hat vielleicht etwas darüber auszusagen, wer die beste Wettkämpferin heute in Europa war. Ich hab es eben gesagt, ich sage es jetzt wieder, ich stehe dazu: Ich halte mich selber für die beste Hindernisläuferin Europas.“
Eine spontaner Wutausbruch war es also kaum, vielmehr redete sich Meyer einmal mehr in Rage: „Ich habe die Arbeit vorne gemacht, aber auch schlecht gemacht. Wenn man nach vorne geht, muss man es richtig machen. Ich habe den Wind unterschätzt. Letztlich entschuldigt das nichts. Ich bin enttäuscht und vor allem sehr, sehr sauer.“
Krause selbst sagte dagegen im ZDF über ihre Renntaktik: „Ich bin froh, dass ich auf der Gegengerade dagegen gehalten habe, weil damit habe ich das Rennen dann glaube ich gewonnen. Ich bin unfassbar dankbar, dass der Rennplan so gut aufgegangen ist. Am Ende muss man sich durchkämpfen und eben die richtigen Entscheidungen im richtigen Moment treffen. Das habe ich getan.“
Kommentatorin Alexandra Dersch tat zuvor ihr Mitleid kund: „Man möchte weinen vor Freude mit Gesa Krause und weinen vor Trauer mit Lea Meyer.“