Leichtathletik>

Verweigerter Dopingtest: Deutschem Sprint-Star Ansah droht Mega-Sperre

Erste Folgen für Ansah

Die Nationale Anti Doping Agentur fordert eine satte Strafe für Owen Ansah. Der Anwalt des Sprinters weist den Vorschlag zurück, während der DLV eine erste Entscheidung trifft.
Owen Ansah vor langer Sperre
Owen Ansah vor langer Sperre
© AFP/SID/MARTIN BERNETTI
Die Nationale Anti Doping Agentur fordert eine satte Strafe für Owen Ansah. Der Anwalt des Sprinters weist den Vorschlag zurück, während der DLV eine erste Entscheidung trifft.

Nach einem verweigerten Dopingtest fordert die Nationale Anti Doping Agentur eine vierjährige Sperre für den deutschen 100-m-Rekordhalter Owen Ansah. Diesen Sanktionsvorschlag teilte die NADA am Freitag mit. Wird er akzeptiert, reduziert sich die Dauer automatisch auf drei Jahre.

Ansah werde den Vorschlag „nicht akzeptieren“, teilte Rainer Tarek Cherkeh, Anwalt des Leichtathleten vom Hamburger SV, in einer Stellungnahme mit: „Er fokussiert sich nun auf die anstehende Leichtathletik-EM.“

Auch der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV), der den Sprinter trotz des Eklats zuletzt für die EM in Birmingham (10. bis 16. August) nominiert hatte, reagierte und kündigte Konsequenzen an.

DLV reagiert: Ansah startet nicht in der Staffel

So werde Ansah „bei der EM wie geplant über 100 Meter und 200 Meter an den Start gehen“, erklärte Jörg Bügner, Vorstand Leistungssport, „aber nicht an den Staffel-Wettbewerben“ teilnehmen.

Der Sprinter hatte einem NADA-Kontrolleur Anfang Juli die Abgabe einer Dopingprobe verweigert. Die NADA leitete daraufhin ein Verfahren wegen eines möglichen Verstoßes gegen Anti-Doping-Bestimmungen ein.

Im sportrechtlichen Ergebnismanagementverfahren wurden Verstöße gegen die Anti-Doping-Bestimmungen des Anti-Doping-Codes des DLV und gegen Artikel 2.3 des Nationalen Anti-Doping Codes (Weigerung oder Unterlassen, sich einer Probenahme zu unterziehen) festgestellt.

Ansah-Anwalt widerspricht Darstellung

Cherkeh wehrt sich gegen die Darstellung. „Unser Mandant Owen Ansah hat sich zu keinem Zeitpunkt geweigert, eine Dopingkontrolle durchzuführen“, hieß es in der Reaktion des Anwalts. „Er hat zu keinem Zeitpunkt die Abgabe einer Probe abgelehnt. Owen Ansah hat zu keinem Zeitpunkt gesagt oder den Eindruck erweckt, dass er eine Dopingkontrolle nicht durchführen wolle.“

Ansah (25), der im Juni die deutsche 100-m-Bestmarke auf 9,98 Sekunden verbessert hatte, wurde von der NADA wenige Tage vor Beginn der EM in Birmingham nicht vorläufig suspendiert.

Eine Sperre beginnt laut Mitteilung „erst mit dem Tag der entsprechenden finalen Entscheidung der NADA oder eines Disziplinarorgans oder mit dem Tag, an welchem die vorgeschlagene Sperre akzeptiert wurde“.

Zudem sollen alle Wettkampfergebnisse Ansahs, der zuletzt in Wattenscheid zum DM-Titel gesprintet war, im Zeitraum vom Verstoß (9. Juli) bis zum Beginn einer vorläufigen Suspendierung oder Sperre annulliert werden.

Mit Sport-Informations-Dienst (SID)