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Sportfördergesetz: Athleten Deutschland "schockiert"

Athleten Deutschland „schockiert“

Der unabhängige Verein lehnt den Entwurf für das Sportfördergesetz "in der vorliegenden Form entschieden ab" und behält sich vor, "den Reformprozess nicht weiter zu begleiten".
Neuer Entwurf aus dem Bundeskanzleramt
Neuer Entwurf aus dem Bundeskanzleramt
© IMAGO/photothek/SID/Thomas Trutschel
Der unabhängige Verein lehnt den Entwurf für das Sportfördergesetz "in der vorliegenden Form entschieden ab" und behält sich vor, "den Reformprozess nicht weiter zu begleiten".

Athleten Deutschland hat den aktualisierten Referentenentwurf des Bundeskanzleramts für ein Sportfördergesetz harsch kritisiert. Der unabhängige Verein sei „schockiert“ vom Papier und lehne es „in der vorliegenden Form entschieden ab“, hieß es in einer Stellungnahme am Mittwoch. Der Entwurf bleibe „in zentralen Punkten hinter den eigenen Zielsetzungen zurück“.

„Mit dem Referentenentwurf senden das Bundeskanzleramt und der organisierte Sport, der ihn maßgeblich beeinflusst hat, ein klares Signal: Eine unabhängige und wirksame Athletenvertretung ist im deutschen Sportsystem weiterhin nicht gewünscht“, sagte Pia Greiten, Präsidentin von Athleten Deutschland.

Neuer Entwurf sorgt für Unmut

Das Bundeskanzleramt hatte Ende Oktober einen ersten Referentenentwurf vorgelegt und damit beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) für Unmut gesorgt. Der Plan sah vor, dass die Politik bei der Verteilung von Bundesmitteln aufgrund der vorgesehenen 4:1-Mehrheit im wichtigen Stiftungsrat einer Spitzensportagentur praktisch alle Entscheidungen treffen kann.

Der DOSB forderte damals konkrete Nachbesserungen, zum zweiten Entwurf wollte sich der Dachverband noch nicht äußern. Das Verhältnis von Politik zu Sport lautet im neuen Entwurf 6:3.

Die Athleten kritisierten nun, dass „ein Sitz für eine unabhängige Athletenvertretung im Stiftungsrat“ vollständig fehle und forderten die Bundesregierung auf, „den Referentenentwurf erneut anzupassen und die verbindliche Mitbestimmung unabhängiger Athletenvertretung im Stiftungsrat sowie verbindliche Schutzmechanismen als Förderkriterium sicherzustellen“.

Bis dahin behalte man sich vor, „den Reformprozess nicht weiter zu begleiten“.

Über den Entwurf soll nach langen Debatten in den kommenden Tagen im Bundeskabinett beraten werden. Bis zuletzt blockierte das von Alexander Dobrindt (CSU) geführte Innenministerium diesen Schritt.