Nach Ansicht von Christiane Schenderlein, Staatsministerin für Sport und Ehrenamt, ist der in Sportpolitikkreisen kontrovers diskutierte überarbeitete Entwurf zum Sportfördergesetz „reif fürs Parlament“. Das sagte die CDU-Politikerin am Donnerstag bei der Pressekonferenz nach dem ersten Tag der 53. Sportministerkonferenz auf Norderney.
Schenderlein: Sportfördergesetz jetzt reif fürs Parlament
Sportministerin weist Kritik zurück
Die finale Ressortprüfung laufe noch bis Freitag, erklärte die Ministerin. Sollten dann alle Fragen beantwortet und ausgeräumt sein, „sollte einer Kabinettsbefassung in der kommenden Woche nichts im Wege stehen“, sagte Schenderlein.
Athleten-Interessen gewahrt? Schenderlein weist Kritik zurück
Zur Kritik des Vereins Athleten Deutschland, der die Beteiligung der Sportlerinnen und Sportler in dem Entwurf als „weiterhin nicht gewünscht“ ansieht, sagte Schenderlein: „Wir haben, wie ich finde, schon auch die Thematik der Athletinnen und Athleten gut im Gesetz aufgegriffen. Ansonsten haben wir die Verbändebeteiligung noch laufen, ich gehe davon aus, dass da noch mal das eine oder andere auch von anderen Sportverbänden kommt.“
Auch nach der Kabinettsbefassung sei das Gesetz zudem „noch nicht in Kraft getreten, so die 44-Jährige: „Es folgt ein parlamentarisches Verfahren, und auch dort steht natürlich immer auch die Möglichkeit im Raum, dass es über die Fraktionen Änderungsanträge gibt.“
Allerdings unterstrich Schenderlein „auf dem Weg zu Olympia im eigenen Land“ die Notwendigkeit einer „echten Spitzensportreform“ und beteuerte: „Uns war besonders wichtig, dass wir eine Spitzensportagentur mit einer echten Unabhängigkeit von Politik und Sport gründen.“
DOSB gewinnt Sitze, Athleten gehen leer aus
Man habe dazu im am Mittwoch bekannt gewordenen Entwurf „die Zusammensetzung und Arbeitsweise ihrer Gremien noch einmal überarbeitet und noch konsequenter an diesem Ziel ausgerichtet“. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) erhält demnach im wichtigen Stiftungsrat der Spitzensportagentur nun drei Sitze statt einen. Das Gremium wird von fünf auf neun Personen erweitert, die weiteren sechs Sitze gehen an die Politik. Athleten Deutschland hatte hier auf eine direkte Beteiligung gehofft.
Das neue Sportfördergesetz ermögliche es, „die Athletenförderung zu verbessern und auch individueller auszurichten, als es bisher der Fall ist“, gab sich Schenderlein überzeugt.