Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) wertet den überarbeiteten Referentenentwurf zum Sportfördergesetz als „wichtigen Schritt“ im Sinne seiner Interessen. Auch wenn eine detaillierte Sichtung der eingebrachten Änderungen noch ausstehe, zeige „ein erster Blick auf den überarbeiteten Referentenentwurf, dass die Optimierungsvorschläge des Sports in Teilen aufgenommen wurden“, teilte ein DOSB-Sprecher auf SID-Anfrage mit und wertete das am Mittwoch bekannt gewordene 69-seitige Papier als „Ergebnis konstruktiver Gespräche in den vergangenen Wochen“.
Sportfördergesetz: DOSB zufrieden – Athleten rebellieren
Sportfördergesetz: DOSB erkennt „wichtigen Schritt“.
Von 4:1 auf 6:3: Mehr Mitsprache für den Sport
Das Bundeskanzleramt, in dem Staatsministerin Christiane Schenderlein (CDU) für Sport und Ehrenamt verantwortlich ist, hatte Ende Oktober 2025 einen ersten Referentenentwurf vorgelegt und mit diesem beim DOSB für Unmut gesorgt. Der Plan sah vor, dass die Politik bei der Verteilung von Bundesmitteln aufgrund der vorgesehenen 4:1-Mehrheit im wichtigen Stiftungsrat einer Spitzensportagentur praktisch alle Entscheidungen treffen kann. Der DOSB forderte damals konkrete Nachbesserungen. Das Verhältnis von Politik zu Sport lautet im neuen Entwurf nun 6:3.
DOSB begrüßt Schritt, fordert jedoch weitere Verbesserungen
Die geplanten Änderungen, so der DOSB am Donnerstag, führten „zu einer Annäherung an die geforderte Augenhöhe des Sports mit der Politik“. Allerdings sieht der Sport-Dachverband laut eines Sprechers weiterhin „Optimierungspotenzial“, welches man dem Bundeskanzleramt „nach eingehender Prüfung detailliert benennen“ werde.
Athleten Deutschland übt scharfe Kritik
Deutlich kritischer war die Reaktion von Athleten Deutschland am Mittwochnachmittag ausgefallen. Die Interessenvertretung lehnte den Entwurf „in der vorliegenden Form entschieden ab“. Er bleibe „in zentralen Punkten hinter den eigenen Zielsetzungen zurück“.
Greiten beklagt fehlenden Willen zur unabhängigen Athletenvertretung
„Eine unabhängige und wirksame Athletenvertretung ist im deutschen Sportsystem weiterhin nicht gewünscht“, kritisierte Pia Greiten, Präsidentin von Athleten Deutschland.