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Arda Saatci verrät: So brutal war seine Vorbereitung

So brutal war Saatcis Vorbereitung

Arda Saatci unterzieht sich während der langen Vorbereitung auf seinen Ultralauf einer extremen Tortur. Im SPORT1-Podcast Deep Dive blickt er auf die kräftezehrenden Monate zurück.
Extremsportler Arda Saatci spricht im SPORT1-Podcast "Deep Dive" über die intensive Vorbereitung auf seinen 600-Kilometerlauf. Diese dauerte fast ein Jahr und beinhaltete einige außergewöhnliche Methoden.
Arda Saatci unterzieht sich während der langen Vorbereitung auf seinen Ultralauf einer extremen Tortur. Im SPORT1-Podcast Deep Dive blickt er auf die kräftezehrenden Monate zurück.

Eine Tour vom Death Valley bis zum Pier von Santa Monica im Gebiet von Los Angeles – und das Ganze zu Fuß, 605 Kilometer innerhalb weniger Tage und bei brütender Hitze. Für den normalen Menschen kaum vorstellbar.

Extremsportler Arda Saatci sah den Ultralauf jedoch als nächste große Herausforderung und absolvierte diesen vor wenigen Wochen in 123 Stunden, 21 Minuten und 10 Sekunden. Im SPORT1-Podcast Deep Dive hat er nun auf seine Vorbereitung unter brutalen Bedingungen zurückgeblickt.

„Die reine Vorbereitung auf dieses Event hat ungefähr neun bis zehn Monate gedauert. Dort hat man das Training langsam angepasst, also von Woche zu Woche gesteigert“, sagte Saatci und erklärte, er habe „immer wieder gezielte Impulse gesetzt“.

Die extreme Vorbereitung auf den Ultralauf

Darunter unter anderem „Nachtläufe ohne viel Schlaf“ oder ein Tag, an dem er „24 Stunden lang auf den Beinen sein“ musste, ohne sich hinzulegen oder hinzusetzen. „Das Ziel war es, die Beine daran zu gewöhnen, sich einfach nicht auszuruhen“, meinte Saatci.

Um seinen „Schweinehund zu überwinden“, griff Saatci zu weiteren Methoden, die ebenfalls einer Tortur gleichen. So sei er 24 Stunden lang wach geblieben, nur um übermüdet am nächsten Tag bis zu 70 Kilometer zu laufen.

Eine weitere große Rolle spielte auch der Kopf des Extremsportlers. Er sei hundert Kilometer immer wieder um einen Häuserblock gelaufen. „Es ging darum, stumpf Sachen abzuarbeiten und dieses Denkmuster zu simulieren“, schilderte Saatci.

Unter natürlichen Bedingungen konnte die bei seiner Challenge vorherrschende Hitze in Berlin nicht simuliert werden. Saatci lief deshalb auch „acht Stunden auf dem Laufband mit einer Steigung von sechs Prozent, ohne Musik, ohne irgendetwas zu schauen, einfach nur gegen die Wand“.

Dabei trug er drei Pullover und Jogginghosen. „Ich habe die Heizung aufgedreht und die Fenster alle geschlossen. Ich habe versucht, so viel Hitze wie möglich zu simulieren, und habe mir einen abgeschwitzt“, verriet Saatci mit einem Lachen. Auch Saunagänge standen regelmäßig auf dem Programm.

Auch Saatci hat Grenzen

Doch Saatci setzte seinem Training klare Grenzen, zum Beispiel bei den zurückgelegten Distanzen. Der Körper könne nur ein gewisses Maß an Adaption leisten, alles darüber hinaus führe nur zum Verschleiß vor dem Ultralauf. Wichtig sei hingegen ein gezieltes Training der beanspruchten Muskelgruppen.

„Die einzige Komponente, die du nicht trainieren kannst, ist Schlaflosigkeit“, stellte der 28-Jährige heraus: „Der Körper zwingt dich einfach dazu, irgendwann schlafen zu gehen.“ Stattdessen komme es ab einem gewissen Punkt auf den Willen an. „Wie lange kannst du dagegen ankämpfen und einen Schritt vor den anderen bringen.“

Ein zusätzliches großes Thema sei die Ernährung gewesen. „Ob ich will oder nicht, ich muss einfach Zucker zu mir nehmen“, sagte Saatci, der im Vorfeld viel ausgetestet habe.

Nach dem Zieleinlauf stellte Saatci dennoch die Folgen der extremen körperlichen Beanspruchung fest. „Ich hatte großen Hunger. Ich habe vier bis fünf Kilo verloren über die Zeit“, erklärte er und erinnerte sich an angeschwollene Füße sowie Schmerzen in Beinen, Hüfte und Knie.