Sportmix>

Deutsche Rad-Sensation! "Das Nonplusultra"

Deutsche Sensation! „Nonplusultra“

Georg Zimmermann gewinnt erstmals den Radklassiker Eschborn-Frankfurt und steht nun in einer Siegerliste mit großen Namen.
Georg Zimmermann triumphierte beim Radklassiker Eschborn-Frankfurt
Georg Zimmermann triumphierte beim Radklassiker Eschborn-Frankfurt
© IMAGO/Revierfoto
Georg Zimmermann gewinnt erstmals den Radklassiker Eschborn-Frankfurt und steht nun in einer Siegerliste mit großen Namen.

Ungläubig saß Georg Zimmermann vor der Alten Oper auf dem Asphalt und strich sich durch seine schweißnassen Haare. „Das ist das Nonplusultra. Ich bin unfassbar stolz, erschöpft und glücklich“, sagte der deutsche Meister nach seinem großen Coup beim Radklassiker Eschborn-Frankfurt. Im Schlusssprint der 63. Auflage düpierte Zimmermann die versammelte Konkurrenz und feierte den bislang größten Sieg seiner Karriere.

„Ich habe immer gehofft, dass ich in dem wunderschönen Trikot mal ein Rennen gewinnen kann“, sagte Zimmermann gelöst im HR, nun war es soweit. Der 28-Jährige vom Team Lotto Intermarché überquerte nach 211 anspruchsvollen Kilometern das Ziel in Frankfurt als Erster, die Briten Thomas Pidcock (Großbritannien/Pinarello) und Ben Tulett (Visma-Lease a Bike) mussten sich knapp geschlagen geben.

Das Pokerspiel geht auf

„Ich dachte für einen Augenblick, dass ich mich verpokert habe“, so Zimmermann, es sei ihm dann aber gelungen, sich durchzumogeln: „Ich bin die letzten 150 Meter von vorne gefahren und hab alles auf die Pedale geworfen, was noch da war.“

Dank einer glänzenden Taktik feierte der Augsburger den ersten deutschen Sieg seit 2019, damals hatte Sprintspezialist Pascal Ackermann triumphiert. Zimmermann ist der insgesamt 14. Deutsche, der es nach ganz oben aufs Podest schaffte.

Hennes Junkermann hatte 1963 für die Premiere gesorgt, es folgten unter anderem Rudi Altig, Olaf Ludwig, Erik Zabel und Fabian Wegmann. Auch der große Belgier Eddy Merckx hat das Rennen einmal gewonnen.

Zimmermann kurz vor Ende eingeholt – doch er triumphiert

Die noch einmal verschärfte Streckenführung verlangte den Fahrern in diesem Jahr einiges ab, insgesamt waren mehr als 3300 Höhenmeter zu absolvieren – entsprechend zog sich das Feld im Verlauf des Nachmittags auseinander. Schon früh hatte sich eine fünfköpfige Ausreißergruppe um Jonas Rutsch (Erbach/Intermarché-Wanty) gebildet, die dem Hauptfeld auf bis zu 6:30 Minuten davonfuhr. In dieser Gruppe gab gerade an den Anstiegen meist Rutsch das Tempo vor und sicherte sich damit letztlich auch die Bergwertung des Rennens.

Etwa zur Halbzeit schrumpfte aber der Vorsprung rasant, in dieser Phase lag die zweite, besonders anspruchsvolle Überfahrt des Feldbergs. Von gut sechs Minuten arbeitete sich das Feld auf etwa eine Minute heran – Rutsch und drei weitere Ausreißer hielten im folgenden flacheren Abstieg diesen Abstand auf das Hauptfeld noch konstant, allerdings näherte sich nun bereits eine Verfolgergruppe. Gut 60 Kilometer vor dem Ziel waren Rutsch und Co. dann eingeholt.

Im weiteren Verlauf setzten sich zwölf Fahrer ab, darunter Zimmermann, sie wurden aber kurz vor dem Ziel geschluckt. Zimmermann zog im Sprint beherzt an und feierte seinen fünften Profisieg.