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Englisches Hass-Duell endet mit Spuck-Vorwürfen und Rot

Englisches Hass-Duell endet mit Spuck-Vorwürfen und Rot

Dieses Hass-Derby hat Harry Kane einst zum Mann gemacht: Das Duell zwischen Millwall und West Ham in Englands zweiter Liga liefert alles, was man sich von einem Aufeinandertreffern zweier Erzrivalen erwarten kann. Oder sollte man sagen: erwarten muss.
Konstantinos Mavropanos sorgt für den Ausgleich
Konstantinos Mavropanos sorgt für den Ausgleich
© IMAGO/Shutterstock
Dieses Hass-Derby hat Harry Kane einst zum Mann gemacht: Das Duell zwischen Millwall und West Ham in Englands zweiter Liga liefert alles, was man sich von einem Aufeinandertreffern zweier Erzrivalen erwarten kann. Oder sollte man sagen: erwarten muss.

Das mit großer Spannung erwartete „Spiel der Saison“ in Englands zweiter Liga hat gehalten, was es versprochen hat: Premier-League-Absteiger West Ham United erkämpfte bei der 100. Auflage des „Dockers Derby“ einen spektakulären Punktgewinn gegen den Rivalen FC Millwall – auf den man nach 14 Jahren zum ersten Mal wieder traf.

Die Partie endete mit einem 2:2, Spuck-Vorwürfen und einer Roten Karte, die irgendwo zwischen Blackout und heldenhafter Aufopferung anzusiedeln war.

Lange sahen die Hausherren im berüchtigten „The Den“ („Die Höhle“) von Millwall vor 20.146 Zuschauern wie die Sieger aus, Samuel Taylor in der 16. Spielminute und Camiel Neghli (45.+3) hatten noch im ersten Durchgang für klare Verhältnisse gesorgt.

Spuck-Vorwürfe im „Kessel des Hasses“

Dann wurde es auch auf dem Spielfeld unschön, nachdem sich die rivalisierenden Fans im Vorfeld schon so manches Handgemenge auf den Straßen rund um das Stadion geliefert hatten. Die Daily Mail schrieb dazu: „Millwalls Heimstadion verwandelt sich in einen Kessel des Hasses.“

Was war passiert? West Hams Taty Castellanos wurde beschuldigt, Filip Marschall angespuckt zu haben – eine Bestrafung durch den Schiedsrichter gab es letztlich nicht.

Die erste sportliche Antwort auf die drohende Derby-Schmach lieferte dann Mohamadou Kante, der auch in der Schlussphase nochmal in den Fokus rücken sollte. Mit einem Distanzschuss von außerhalb des Strafraums besorgte der Franzose in der 74. Minute den Anschlusstreffer für die Gäste.

Der einstige Bundesliga-Profi Konstantinos Mavropanos (VfB Stuttgart) köpfte in der 80. Minute zum Ausgleich ein, das Stadion kochte endgültig.

Kante – Depp oder Held?

Die letzte Pointe gehörte dann dem angesprochenen Kante, der an der Mittellinie den Ball verlor und seinen alleine aufs Tor zustürmenden Gegner erst kurz vor dem Strafraum mit einem Zupfer abfangen konnte. Die logische Konsequenz: Rot!

Doch der resultierende Freistoß brachte nichts ein, zumindest das Gegentor hatte Kante verhindert – und so durfte sich West Ham für einen spektakulären Punktgewinn feiern.

2012 fand das bislang letzte Derby der extrem verhassten Vereine statt. West Ham gewann zu Hause 2:1, bei Millwall spielte ein gewisser Harry Kane, der als damals 19-Jähriger von Tottenham Hotspur ausgeliehen war und später mal sagte, die Zeit dort habe ihn „zum Mann gemacht“. 

Seither spielten die Vereine nicht mehr in einer Liga, zum Gefallen der Londoner Polizei ergab auch die Auslosung in den Pokalwettbewerben kein Aufeinandertreffen. Jetzt ist die berühmt-berüchtigte Paarung zurück.