Lance David Arnold ist seit vielen Jahren im Motorsport aktiv und startete sogar mehrfach bei den traditionsreichen 24-Stunden-Rennen. Bis heute ist er als Fahrer, Instruktor und Teamchef auf den verschiedensten Rennstrecken der Welt unterwegs, zudem moderiert er noch ein Automobil-Magazin bei Vox.
"Die Formel E ist für mich ein Marketing Gag"
„Die Formel E ist ein Marketing Gag“
In der neuen Folge des DEEP DIVE-Podcasts blickt er auf seine Karriere zurück und spricht unter anderem darüber, wie sich die Automobilbranche in Deutschland im Vergleich zu früher verändert hat. Außerdem erklärt er, weshalb er die Formel E nicht ernst nehmen kann.
„Die 90er waren die goldene Zeit des Motorsports“
Für Arnold habe sich in den vergangenen Jahren nicht nur der Motorsport selbst verändert, sondern auch die gesellschaftliche Wahrnehmung von Autos.
„In den 90ern war das einfach die goldene Zeit. Nicht nur durch (Michael) Schumacher, sondern auch wie dieses Thema Automobil in Deutschland gelebt wurde. Das war ein anderer Stellenwert. Da hat man samstags sein Auto draußen gewaschen und das war in Ordnung. Und so war halt auch der Motorsport, einfach ehrlich und faszinierend. Die Typen waren richtige Charaktere“, findet der aus dem Ruhrgebiet stammende 39-Jährige.
Charaktere wie er sie als Kind der 80er-Jahre im Film ”Manta Manta" bestaunte. Dieser hatte eine prägende Wirkung auf den damals noch jungen Arnold. „Der hat mich nicht nur geprägt - jeder von meinen Kumpels, der den nicht synchron sprechen kann, der ist nicht mehr mein Kumpel. So weit würde ich gehen“, sagt Arnold lachend: „Also Manta Manta könnte ich schon synchron sprechen.“
Diskussionen über Autos haben sich verändert
Der Film steht für eine Zeit, in der Autos im Alltag und in der Popkultur eine deutlich größere Rolle gespielt hätten als heute, woran Arnold gerne zurückdenkt „Es war einfach eine andere Zeit.“
Heute beobachtet Arnold einen anderen Umgang mit dem Thema. Diskussionen würden sich nicht mehr primär um Modelle, Leistung und Charme drehen, sondern zunehmend um politische Rahmenbedingungen und Förderprogramme.
„Gibt es eine Prämie, schreit jeder ‚Ich will ein E-Auto haben!‘. Kaum schaffen die (die Verantwortlichen der Regierung, Anm. d. R.) die 6.500 Euro Prämie ab, will keine Sau mehr ein E-Auto haben - dann sag‘ ich aber: ‚Warum hast du mich dann drei Jahre lang zugemüllt mit deiner Scheiße, dass ich ein Umweltsünder bin!?‘“
„Die Formel E ist für mich ein Marketing Gag“
Kritisch äußert sich Arnold vor allem gegenüber der im Jahr 2014 eingeführten Formel E. Mit der elektrischen Rennserie könne der langjährige Motorsportler wenig anfangen. Ihn stört vor allem die Art und Weise, wie die Formel E im Marketingkontext verkauft wird.
„Da fahre ich lieber Carrera-Bahn. Die Formel E ist für mich so ein Marketing Gag und ein Paradebeispiel, wie kann ich mit einer Message rausgehen und jeder glaubt es schon wieder. Denn tiefgründig schaut ja eh keiner mehr nach“, kritisiert Arnold die Markenbotschaft der neuen Rennserie.
So umwelt- und klimafreundlich sei diese nämlich gar nicht: „Jetzt kommt das Problem: Die laden mit Dieselaggregaten die Akkus im Fahrerlager. Die kommen aus Übersee - und da kannst du mir sagen, was du willst, ich weiß nicht, ob das besser ist als eine normale Veranstaltung.“
Auch die hohen Investitionen der Hersteller sehe er kritisch: „Nimm das Geld lieber und schmeiß es in eine Musikbox oder in die Entwicklung von etwas anderem. Die beiden Optionen wären auf jeden Fall besser“.
Arnold ärgert sich besonders über die hohen Summen, die die Marken in die Formel E stecken: „Du wirst nie schlechte Stimmung hören von einem Formel-E-Fahrer, weil die doppelt so viel verdienen wie die anderen Werksfahrer.“
Die ganze Folge des DEEP DIVE-Podcasts, in dem Arnold unter anderem über die Relevanz von Geld im Nachwuchssport und seine Kindheitserinnerungen im Motorsport spricht, ist ab jetzt überall verfügbar, wo es Podcasts gibt.