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Alex Zanardi ist tot - Ex-F1-Star und Paralympics-Sieger gestorben

Alex Zanardi ist tot

Alex Zanardi ist im Alter von 59 Jahren gestorben. Der Ex-Formel-1-Fahrer und spätere Goldmedaillengewinner bei den Paralympics war eine Symbolfigur für Kampfgeist und Überlebenswillen.
Alex Zanardi ist im Alter von 59 Jahren gestorben. Der Ex-Formel-1-Fahrer und spätere Goldmedaillengewinner bei den Paralympics war eine Symbolfigur für Kampfgeist und Überlebenswillen.
Alex Zanardi ist im Alter von 59 Jahren gestorben. Der Ex-Formel-1-Fahrer und spätere Goldmedaillengewinner bei den Paralympics war eine Symbolfigur für Kampfgeist und Überlebenswillen.

Der italienische Ex-Autorennfahrer (unter anderem auch in der Formel 1) und spätere Paralympics-Star Alessandro „Alex“ Zanardi ist im Alter von 59 Jahren gestorben.

Das teilte seine Familie am Samstag mit. Demnach starb Zanardi am Freitagabend.

„Alex ist friedlich gestorben, umgeben von der Zuneigung der ihm Nahestehenden“, heißt es in einer Erklärung der Angehörigen. Angaben zur genauen Todesursache wurden nicht gemacht.

Zanardi war in der Formel 1 von 1991 bis 1999 gefahren, zunächst für Jordan, dann für Minardi, Lotus und Williams als Teamkollege von Ralf Schumacher

„Italien verliert großen Champion und außergewöhnlichen Mann“

Die FIA (führender Dachverband für Motorsport und Automobilclubs, Anm. d. Red.) reagierte mit Bestürzung: „Die FIA ist tief betroffen vom Tod von Alex Zanardi, dem ehemaligen Formel-1-Fahrer und zweifachen CART-Meister, dessen Weg von einem lebensverändernden Unfall bis hin zum Paralympics-Goldmedaillengewinner ihn zu einem der am meisten bewunderten Sportler und zu einem bleibenden Symbol für Mut und Entschlossenheit machte.“

Auch die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni meldete sich zu Wort: „Italien verliert einen großen Champion und einen außergewöhnlichen Mann, der jede Prüfung des Lebens in eine Lektion über Mut, Stärke und Würde verwandeln konnte. Alex Zanardi hat es immer wieder verstanden, sich neu aufzustellen, selbst die härtesten Herausforderungen mit Entschlossenheit, Klarheit und einer außergewöhnlichen Seelenstärke zu meistern.“

Zanardi habe „mit“ seinen sportlichen Erfolgen, seinem Vorbild und seiner Menschlichkeit hat er uns allen weit mehr als einen Sieg geschenkt: Er hat Hoffnung, Stolz und die Kraft gegeben, niemals aufzugeben.“

Für den italienischen Radsportverband Federciclismo war Zanardi „der Mann, der die Wahrnehmung von Behinderung in Italien verändert hat und einer der stärksten und erfolgreichsten Sportler der letzten Jahrzehnte war. Einen Rückblick auf die Karriere dieses großen Champions zu werfen, von seinem ersten Leben in der Formel 1 bis zu seinem zweiten, spannenden Leben in der Welt der Paralympics, bedeutet, die Heldengeschichte eines Mannes zu erzählen, der nie stehen geblieben ist, um zurückzuschauen, sondern stets die Messlatte höher gelegt und neue Grenzen für uns alle gesetzt hat.“

Zanardi überlebt schweren Unfall – und kämpft sich zurück

Zanardi mussten nach einem schrecklichen Unfall 2001 am Lausitzring beide Beine oberhalb der Knie amputiert werden.

Es war ein Einschnitt in seinem Leben – Zanardi nannte ihn rückblickend „einen der leuchtendsten Augenblicke“. Er habe schließlich „etwas überstanden, das nicht nur entgegen jeder Wahrscheinlichkeit ist. Laut Wissenschaft hatte ich nicht den Hauch einer Chance“.

Der Italiener ließ sich davon aber nicht unterkriegen und absolvierte 2007 erfolgreich den New-York-Marathon. Auch auf die Rennstrecke kehrte er in der Tourenwagen-Meisterschaft WTTC zurück.

Vier Jahre später wechselte er dann in den Para-Radsport. Mit dem Handbike gewann er viermal Gold bei den Paralympics in London 2012 und Rio 2016. 2014 und 2015 nahm er zudem mit dem Handbike am Ironman auf Hawaii teil.

Zweiter schwerer Unfall: LKW erfasst Zanardi

Knapp 20 Jahre nach seinem Horror-Crash in Deutschland überlebte er 2020 einen weiteren schweren Unfall, als er bei einem Handbike-Staffelrennen in der Toskana von einem Lastwagen erfasst worden war.

Dabei zog sich Zanardi schwere Gesichts- und Schädelverletzungen zu und wurde in ein künstliches Koma versetzt. Erst im Dezember 2021 konnte er das Krankenhaus wieder verlassen.

Nach einem Brand in seinem Haus folgte 2022 zudem ein weiterer längerer Krankenhausaufenthalt – doch Zanardi ließ sich von all den tragischen Unfällen nie unterkriegen.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)