Nach Nico Hülkenbergs Aus schon vor dem Start zum Großen Preis von Australien erwischte es in China den Titan-Pfeil von Gabriel Bortoleto. Auch wenn die Ingolstädter im Vorfeld die Erwartungen offensiv heruntergeschraubt hatten, ist der doppelte Grid-K.o. eine herbe Enttäuschung für das Team mit den vier Ringen.
Formel 1: Audis Problem wird immer klarer sichtbar
Audis Schwächen gnadenlos enthüllt
„Dass wir zum zweiten Mal nur mit einem Auto starten konnten, ist sehr frustrierend“, räumt Teamchef Jonathan Wheatley ein und fordert: „Wir müssen uns jetzt wirklich auf die Zuverlässigkeit konzentrieren.“
Formel 1: Boxenstopp-Probleme kosten Audi wertvolle Zeit
Zusätzlich bitter: In China wäre nicht nur wegen des Bortoleto-Defekts mehr drin gewesen als Rang elf. Hülkenberg kämpfte lange um die Top Ten, verlor aber durch ein Problem beim Boxenstopp wertvolle Zeit.
„Ohne das Problem mit dem Schlagschrauber hätte Nico sehr wahrscheinlich Punkte geholt“, erklärt Wheatley: „Dann denkt man natürlich sofort: Wenn beide Autos im Rennen gewesen wären, hätten vielleicht beide in die Punkte fahren können.“
Ganz unrealistisch ist diese Rechnung nicht. Williams-Pilot Carlos Sainz fuhr von Startplatz 17 noch auf Rang neun. Bortoleto war ursprünglich von Position 16 ins Rennen gegangen.
Audi-Boss: „Schwächen deutlich offengelegt“
Doch für Audi war das Schanghai-Wochenende mehr als nur Pech. Der Kurs habe schonungslos gezeigt, wo das neue Projekt noch Probleme hat. „Schanghai hat unsere Schwächen in mehreren Bereichen deutlich offengelegt“, betont Wheatley.
Im Fokus steht vor allem der komplexe Hybridantrieb. Gerade im Rennbetrieb scheint der Audi noch nicht stabil genug zu funktionieren.
Wheatley erklärt: „Nico hatte ein paar Situationen, aus denen er nicht so einfach herauskam, weil man erst den Antrieb wieder ins Betriebsfenster bringen muss. Im Prinzip geht es darum, wie der Antrieb in solchen Situationen reagiert.“
Motor als großes Sorgenkind bei Audi?
Damit verschiebt sich die Aufmerksamkeit intern zunehmend von der Chassisfabrik in Hinwil zur Motorenschmiede in Neuburg an der Donau. Wird dort der neue Antrieb etwa zu Audis größtem Sorgenkind?
„Unsere Analyse hat ergeben, dass der Antrieb im nächsten Entwicklungszyklus ein Kernbereich sein wird“, betont Wheatley. „Wir glauben, dass wir dort noch etwas tun können.“
Deshalb gibt der Brite den Staffelstab nun weiter an seinen Kollegen in der Führungsriege des Formel-1-Projekts. „Ich habe lange mit Mattia Binotto darüber gesprochen“, bestätigt er.
Hintergrund: Der Italiener verantwortet als Audi-F1-Projektleiter vor allem die Entwicklung der Antriebseinheiten und gilt spätestens seit seiner Ferrari-Zeit als ausgewiesener Motor-Experte.
Für Audi steht damit früh in der Saison eine entscheidende Frage im Raum: Wird der Antrieb zum Schlüssel für den Anschluss an die Spitze – oder zum ersten großen Problem des neuen Formel-1-Projekts?