Nächste Sternstunde des Shootingstars: Mercedes-Pilot Kimi Antonelli hat mit seinem zweiten Saisonsieg ein weiteres Kapitel Formel-1-Geschichte geschrieben. Der Italiener setzte sich beim Großen Preis von Japan in Suzuka durch und übernahm damit die WM-Führung von seinem Teamkollegen George Russell.
Formel 1: Supertalent gelingt historischer Sieg
Historischer Sieg für Supertalent
Im Alter von 19 Jahren und 216 Tagen ist Antonelli nun der jüngste Fahrer an der Spitze der Gesamtwertung. Zuvor hatte Rekordweltmeister Lewis Hamilton seit dem Grand Prix von Spanien 2007 diese Bestmarke gehalten (22 Jahre, 126 Tage). „Die Pace war einfach unglaublich, ich bin sehr glücklich darüber“, freute sich der Italiener.
Nach seinem Sieg in China profitierte Antonelli nun entscheidend von einer Safety-Car-Phase nach einem Unfall von Oliver Bearman, die ihn Mitte des Rennens an die Spitze brachte. „Ich hatte einen furchtbaren Rennstart, aber dann Glück mit dem Safety-Car. Ich weiß nicht was sonst passiert wäre ohne das Safety-Car, wie es ausgegangen wäre. Es hat mein Rennen definitiv einfacher gemacht“, sagte Antonelli im Interview direkt nach dem Rennen.
Antonelli profitiert von Unfall
Teamchef Toto Wolff bilanzierte hielt sein Fazit bei Sky mit einem „Sehr gut“ kurz, führte dann aber aus: „Der Start ist ein bisschen in die Hose gegangen. Da müssen wir in die Fahrschule gehen, wie man die Kupplung regelmäßig loslässt. Danach eine super Fahrt aber auch das Glück des Tüchtigen“, sagte er in Bezug auf den Boxenstopp während des Safety-Cars.
Platz zwei ging an den bis dato führenden Oscar Piastri im McLaren, Dritter wurde Charles Leclerc mit seinem Ferrari. Piastri resümierte: „Sehr schade, dass wir nicht sehen konnten, was passiert wäre (ohne Safety-Car, d. Red). Aber jetzt enttäuscht zu sein, wäre komisch auf dem zweiten Platz. Ein großes Dankeschön an das Team, wir haben ein super Job gemacht.“
Russell, der zu Beginn auf dem Traditionskurs im Duell der Silberpfeile klar vor seinem Teamkollegen gelegen hatte, beendete das Rennen nur auf Platz vier.
Damit geht Antonelli mit einem Polster von neun Punkten auf Russell in die erste längere Pause. Aufgrund der kriegsbedingten Absagen der Rennen in Bahrain und Saudi-Arabien geht es erst Anfang Mai in Miami weiter.
Formel 1: Verstappen chancenlos und doch verbessert
Weiter hinten war Weltmeister Max Verstappen ohne Chance auf den Sieg. Der niederländische Red-Bull-Star, der mit der neuen Formel 1 nicht viel anfangen kann, verbesserte sich dennoch von Startplatz elf auf Rang acht. Für Nico Hülkenberg setzte sich das Warten auf die ersten WM-Punkte mit Audi derweil fort. Der Emmericher belegte mal wieder den undankbaren elften Platz.
Aufgrund von Reparaturarbeiten an einer Leitplanke, die beim einem Unfall im vorangegangenen Porsche Carrera Cup Japan beschädigt worden war, begann das dritte Rennen der Saison mit einer zehnminütigen Verzögerung. Am Start setzten sich dann die bekannten Schwierigkeiten der Silberpfeile fort: Während Piastri von Platz eins an die Spitze sprang, fielen Russell und Pole-Setter Antonelli auf die Ränge vier und sechs zurück.
Nach dem schleppenden Auftakt pflügte Russell durch das Feld, schnell lag er direkt hinter Piastri. Am McLaren biss sich der Engländer aber erstmal die Zähne aus, sein Überholmanöver in Runde acht konterte der Australier sofort. Antonelli konnte derweil dem Tempo seines Teamkollegens zunächst nicht folgen und hatte Mühe, sich wieder nach vorne zu arbeiten.
Im Vergleich zu den ersten Rennen des Jahres verlief die Anfangsphase etwas ruhiger, Überholvorgänge erwiesen sich auf dem Traditionskurs alles andere als einfach. Und so schöpfte auch Piastri Hoffnung. „Wenn wir unsere Position halten, können wir das durchziehen“, funkte er an sein Team.
Russell flucht: Safety-Car bringt Antonelli vor
In Runde 19 fuhr Piastri an die Box, Russell ging erst drei Runden später zum Reifenwechsel – und ärgerte sich wenige Momente später: Weil Haas-Pilot Oliver Bearman in der Spoon-Kurve heftig in die Barriere krachte, kam das Safety-Car raus, und Antonelli lag nach seinem geschenkten Pitstop plötzlich vorne. „Unglaublich“, fluchte Russell, der nur noch Dritter war.
Beim Restart verschlechterte sich dessen Laune weiter. Während Antonelli Platz eins gegen Piastri souverän verteidigte und seine Führung schnell auf mehrere Sekunden ausbaute, musste Russell seinen früheren Teamkollegen Hamilton vorbeiziehen lassen.
Als dann auch noch Leclerc vorbeizog, lag Russell zwischenzeitlich nur noch auf Rang fünf. In der Schlussphase verbesserte er sich immerhin noch etwas, doch Sieger Antonelli war weit weg.