Der Große Preis von China endete für Max Verstappen mit einem Debakel. Der Red-Bull-Star kam bereits beim Start kaum weg, kämpfte sich anschließend zwar wieder nach vorne, musste sein Auto jedoch in Runde 46 mit einem Defekt am Hybridantrieb abstellen.
"Wird den Sport irgendwann ruinieren" - Verstappen warnt vor langfristigen Schäden
Verstappen sieht Formel 1 in Gefahr
Zuvor hatte der Niederländer schon im Sprint keine Punkte geholt. Der Sieg in Shanghai ging an Mercedes-Rookie Andrea Kimi Antonelli.
Formel 1: Verstappen schlägt Alarm
Für Verstappen ist das frustrierende Wochenende jedoch nur ein weiteres Beispiel für ein größeres Problem. Der viermalige Weltmeister hat die aktuellen Regeln der Formel 1 erneut scharf kritisiert und sogar vor langfristigen Schäden für den Sport gewarnt.
Vor allem die neue technische Ausrichtung mit einem deutlich höheren Anteil elektrischer Leistung sieht der Red-Bull-Pilot kritisch. In dieser Saison wird die Leistung der Autos etwa zur Hälfte aus Verbrennungsmotor und Elektrosystem gewonnen. Das hat zur Folge, dass das Fahren auf Messers Schneide nicht mehr gefragt ist. Stattdessen boostet man sich am Gegner vorbei – oder wie im Fall von Verstappen eben auch nicht.
Das wollen Stars wie der Niederländer so nicht stehen lassen. Verstappen bestätigt, dass es bereits Gespräche mit Formel-1-Chef Stefano Domenicali über die zukünftige Richtung der Serie gibt. „Ich denke, sie verstehen, woher wir Fahrer kommen“, betont Verstappen. „Ich glaube, ich spreche für die meisten Fahrer.“
„Nicht das, was die echten Formel-1-Fans wollen“
Allerdings gebe es natürlich auch Teams, die mit der aktuellen Situation zufrieden seien. „Einige werden sagen, dass alles großartig ist, weil sie Rennen gewinnen. Das ist auch verständlich“, räumt der viermalige Champion ein. „Wenn du einen Vorteil hast, warum solltest du ihn aufgeben? Man weiß nie, ob man noch einmal ein so gutes Auto bekommt.“
Trotzdem bleibt der Niederländer bei seiner Kritik. Seiner Meinung nach entspricht die aktuelle Entwicklung weder den Vorstellungen vieler Fahrer noch denen der echten Formel-1-Fans. „Wenn man mit den meisten Fahrern spricht, ist es nicht das, was wir mögen“, sagt Verstappen. „Und ich glaube auch nicht, dass es das ist, was die echten Formel-1-Fans wollen.“
Verstappen sieht schwarz: „Wird ihnen auf die Füße fallen“
Ohne eine entsprechende Reaktion der Formel-1-Macher sieht der Red-Bull-Star schwarz. „Das wird den Sport irgendwann ruinieren. Es wird ihnen noch auf die Füße fallen.“ Auf Englisch formuliert er diesen Satz konkret so: „Es wird ihnen in den Arsch beißen.“
Gleichzeitig weiß Verstappen, wie schwierig Änderungen in der Formel 1 durchzusetzen sind. Viele Entscheidungen seien politisch geprägt, erklärt der Ex-Champion. „Es müssen nicht alle zustimmen, aber die Mehrheit muss Änderungen wollen. Das Problem ist: Einige haben gerade einen Vorteil und wollen ihn natürlich nutzen. Das verstehe ich.“
Sein Fazit fällt dennoch deutlich aus: „Wenn man das Ganze aus Sicht des Sports betrachtet, ist es einfach nicht gut.“