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Mick Schumacher: Wie sein Formel-1-Debüt zum Sinnbild wurde

Als Micks F1-Abenteuer begann

Vor fünf Jahren feiert Mick Schumacher sein Debüt in der Formel 1. In der Nachbetrachtung ist das Rennen in Bahrain ein Spiegelbild seiner unglücklichen Zeit in der Königsklasse des Motorsports.
Mick Schumacher startet am Wochenende in die Formel 1, die Vorzeichen für den Nachwuchsfahrer in dem Haas-Auto sind aber nicht die besten.
Vor fünf Jahren feiert Mick Schumacher sein Debüt in der Formel 1. In der Nachbetrachtung ist das Rennen in Bahrain ein Spiegelbild seiner unglücklichen Zeit in der Königsklasse des Motorsports.

Viel größer hätte die Freude bei den deutschen Motorsport-Fans heute vor fünf Jahren wohl kaum sein können. Denn am 28.03.2021 startete endlich wieder ein Schumacher in der Formel 1.

In Bahrain ging Mick Schumacher, Sohn von Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher, erstmals überhaupt in der Motorsport-Königsklasse an den Start. Dass er am Ende im kaum konkurrenzfähigen Haas nur 17. wurde, spielte zunächst keine Rolle.

Vielmehr überwog die Freude und zudem auch der Nostalgie-Gedanke bei vielen Fans. 30 Jahre nach seinem Vater Michael bestritt also nun auch Mick seine Debütsaison, und wie der Rekordweltmeister startete auch der Sohn unter dem Kürzel „MSC“. 

Allein dieses kleine Detail, das sagte Mick nach dem Rennen selbst, sei „sehr schön und sehr emotional“. Für ihn ging mit seinem F1-Debüt „ein lebenslanger Traum“ in Erfüllung.

Formel 1: Erstes Schumacher-Rennen verläuft unglücklich

Betrachtet man Schumachers anschließende Zeit in der Rückschau, wurde aber schon sein Debüt-Rennen zum Sinnbild einer unglücklichen F1-Zeit.

Kurz nach einer frühen Safety-Car-Phase leistete sich der damals 22-Jährige einen Dreher. Er konnte das Rennen zwar fortsetzen, landete am Ende aber trotzdem vom Feld abgeschlagen auf dem 17. Platz.

Eine Hauptrolle spielte Schumacher in seinem ersten Rennen nicht. Im unterlegenen Haas sammelte er am Ende des Feldes Kilometer und Erfahrungen, erste Überrundungen und ein Dreher in der Anfangsphase gehörten dazu.

Weltmeister-Quartett fuhr gegen beide Schumachers

Dazu kam es bei seinem ersten F1-Einsatz zu ganz besonderen Duellen. Denn gleich vier Fahrer waren dabei, die auch beim letzten Rennen seines Vaters Michael 2012 am Start gewesen waren.

Mit Sebastian Vettel, Lewis Hamilton, Fernando Alonso und Kimi Räikkönen duellierte sich ein Weltmeister-Quartett mit beiden Schumachern. „Wenn ich so darüber nachdenke, finde ich das witzig, dass diese Fahrer gegen zwei Generationen Schumacher antreten“, erklärte Mick nach seinem Debüt.

Insgesamt zeigte sich Schumacher damals nach seinem ersten Rennen extrem positiv und optimistisch für seine F1-Zukunft: „Das hat sich gut angefühlt, ich bin zu 95 Prozent happy. Ich habe schon viel mitgenommen, worauf ich aufbauen kann in den kommenden Monaten.“

Schumacher bleibt in Debütsaison ohne Punkt

Doch der erhoffte Aufschwung blieb in den kommenden Monaten aus. Seine Debütsaison entwickelte sich im schwachen Haas zu einem Jahr voller Enttäuschungen.

In Ungarn fuhr Schumacher mit Platz zwölf seine beste Platzierung ein. Für WM-Punkte reichte es im ersten Jahr in keinem Rennen.

Neben seinem Teamkollegen Nikita Mazepin und Alfa-Romeo-Ersatzfahrer Robert Kubica war er der einzige Fahrer, der es kein einziges Mal in die Punkte schaffte. Immerhin dominierte Schumacher seinen Teamkollegen im Qualifying (19:3) und im Rennen (16:5).

Zu seiner zweiten Saison bekam Mick dann mit Kevin Magnussen einen neuen, deutlich erfahreneren Teamkollegen an seine Seite. Gut für Schumacher: Der Haas war in der Saison 2022 deutlich konkurrenzfähiger.

Trotz verbesserter zweiter Saison folgt das Aus

Beim GP von Großbritannien konnte er als Achter erstmals WM-Punkte einfahren. Im darauffolgenden Rennen in Österreich wurde Schumacher sogar Sechster und fuhr sein bis heute bestes F1-Ergebnis ein.

Mit insgesamt 12 WM-Punkten belegte er schließlich Platz 16 der Fahrerwertung. Gegen Magnussen verlor Schumacher das Qualiduell mit 6:16, gewann aber das Rennduell mit 12:7.

Trotzdem gab das Haas-Team nach der Saison bekannt, dass es den auslaufenden Vertrag mit Schumacher nicht verlängert und ihn durch Nico Hülkenberg ersetzt.

Schumachers F1-Abenteuer war damit aber zumindest vorläufig noch nicht beendet. In der folgenden Saison stand er als Ersatzfahrer bei Mercedes unter Vertrag. In einem Rennen kam Mick jedoch nicht zum Einsatz.

Schumacher kehrte bisher nicht in Formel 1 zurück

Danach endete die Zeit von Schumacher in der Formel 1. Es gab zwar immer wieder Gerüchte, dass er in ein Cockpit zurückkehren könnte, aber bis dato setzte kein Team mehr auf ihn.

Dem Motorsport blieb Schumacher trotzdem treu. Zunächst startete er in der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC). Seit dieser Saison geht der 27-Jährige in den USA in der legendären IndyCar Series an den Start. In der umkämpften Traditions-Rennserie will er sich erneut für die Formel 1 empfehlen.

Ob es für Mick Schumacher eine zweite Chance in der Motorsport-Königsklasse geben wird, bleibt offen. Die deutschen Fans würden es ganz sicher begrüßen.

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