Kein Wetterchaos, dafür hochspannende Rennaction – und die nächste Sternstunde des jungen Überfliegers: Kimi Antonelli hat auch den Großen Preis von Miami gewonnen und seine Ambitionen auf den WM-Titel in der Formel 1 eindrucksvoll untermauert.
Formel 1: Star-Duo bestraft! Neues Ergebnis in Miami
Neues Ergebnis in Miami
Der italienische Mercedes-Pilot setzte sich am Sonntag in Florida vor Weltmeister Lando Norris im wiedererstarkten McLaren durch, für den Teenager im Silberpfeil war es der dritte Saisonsieg in Serie.
„Das ist nur der Anfang, es ist noch ein weiter Weg“, sagte Antonelli: „Aber wir arbeiten sehr hart. Ich werde das jetzt genießen und dann weitermachen. In drei Wochen geht es schon nach Kanada.“
Auch bei der Rückkehr der Königsklasse nach der kriegsbedingten Pause lieferte Antonelli bis auf erneute Probleme am Start eine weltmeisterliche Performance ab. Auf der Strecke konnte einzig Sprintsieger Norris folgen, doch auch unter Druck behielt der jüngste WM-Führende der Formel-1-Geschichte die Nerven.
Wolff schwärmt von Antonelli: „Unglaublich!“
Das Rennen seines Schützlings brachte Mercedes-Chef Toto Wolff so richtig ins Schwärmen: „Unglaublich! Für mich war das heute das beste Rennen, was er bisher gefahren ist.“
„Das Auto war von den Upgrades her nicht auf dem Stand, auf dem vielleicht die McLarens waren. Das Manöver direkt nach dem Stopp von Norris war sensationell, da sofort zu überholen. Danach hat er dem Druck standgehalten, das war sehr gut“, lobte Wolff.
Kleinere Schwächen zeigt der 19-Jährige vereinzelt noch. Am Wochenende hatte er immer wieder Probleme mit Tracklimits. „Die Strafe gestern hätten wir uns sparen können. Er pusht das Limit, aber lieber hole ich mir jemanden, der über das Limit fährt, als zu vorsichtig. Ich habe Bono gesagt: Wenn er noch einmal ein Tracklimit macht, funke ich ihn an. Das war dann nicht notwendig, Gott sei Dank“, sagte der Mercedes-Chef lachend.
Startprobleme und Updates: Wird Antonelli sogar noch besser?
Zudem zeigte der Italiener erneut Probleme beim Start. Dort fiel Antonelli von Platz eins auf den dritten Platz zurück. Diese Probleme lägen aber nicht bei den Fahrern, stellte Wolff klar: „Der Start war gar nicht gut! Das geht auch nicht, wenn du eine WM gewinnen willst. Da musst du auch die Starts gut hinkriegen. Das geht voll aufs Team. Es war kein Fehler von den Fahrern, sondern von uns. Beide verlieren und das geht nicht. Das müssen wir als Team in den Griff bekommen. Dem haben wir schon viel zu lange zugeschaut.“
Sollte Mercedes auch hier die kleineren Probleme in den Griff bekommen, könnte die Dominanz des Teams noch größer werden. Aktuell führt das Team von Toto Wolff schon souverän die Konstrukteurs-Wertung an.
Beängstigend für die Konkurrenz: Das Auto könnte beim anstehenden Rennen in Kanada noch besser werden. Denn dann stehen Updates am Auto an, die an diesem Wochenende beispielsweise das McLaren-Team wieder deutlich stärker machten.
„Es kommt jetzt ein größeres Update in Kanada. Da müssen wir schauen, dass das funktioniert. Auf dem Papier ist es natürlich immer leicht zu sagen: Dann werden wir noch schneller. Aber das muss dann auf der Rennstrecke auch wirklich so sein“, stellte Wolff klar.
Strafen gegen Leclerc und Verstappen
In der Gesamtwertung liegt Antonelli nun 20 Punkte vor Teamkollege George Russell, der im Duell der starken Silberpfeile als Vierter wieder einen Dämpfer kassierte. Hinter Antonelli und Norris belegte Oscar Piastri im zweiten McLaren Rang drei. Red-Bull-Star Max Verstappen, der lange um sein erstes Podest des Jahres gefahren war, wurde Fünfter vor Charles Leclerc im Ferrari.
Allerdings blieb es nicht dabei. So wurden kurz vor Mitternacht zwei Strafen ausgesprochen, was zu einer Änderung des Endresultats führte. Leclerc hatte während der letzten Runde mehrmals die Strecke verlassen, was ihm eine 20-Sekunden-Strafe einbrachte.
Dem vorausgegangen war ein Dreher, bei dem er sogar die Mauer streifte. In der Folge gelang es dem Monegassen nicht, seinen lädierten Boliden zu jeder Zeit auf der Strecke zu halten, was die Rennkommissare ahndeten. Leclerc fiel dadurch von Rang sechs auf Rang acht zurück, Teamkollege Lewis Hamilton und Alpine-Pilot Franco Colapinto rückten jeweils eine Position nach vorne.
Enttäuschung für Hülkenberg
Auch gegen Max Verstappen wurde eine Strafe ausgesprochen. Er bekam fünf Sekunden, weil er beim Herausfahren aus der Boxengasse die weiße Linie überfahren hatte. Eigentlich wäre er damit hinter Leclerc auf Position sechs zurückgefallen, dies geschah durch dessen Strafe aber nicht.
Für Nico Hülkenberg setzte sich die enttäuschende erste Saison mit Audi nahtlos fort. Nach einer Kollision musste der Emmericher früh an die Box, wenige Runden später parkte er seinen Boliden mit Getriebeproblemen in der Garage. Damit geht das Warten auf die ersten WM-Punkte weiter.
Die drohenden Wetterkapriolen hatten im Vorfeld alle sportlichen Themen in Miami überlagert – schließlich fehlte es den Piloten bislang an Erfahrung mit den kniffligen neuen Autos bei nassen Bedingungen. Die Organisatoren reagierten frühzeitig, zogen den Beginn um drei Stunden nach vorne. Am Ende war das Wetter kein Faktor.
Miami-GP wird zum Chaos-Rennen
Um 13.00 Uhr Ortszeit legten die Piloten bei trockenen Bedingungen los – und die Prominenz um Fußball-Superstar Lionel Messi und Tennis-Legende Rafael Nadal sah eine wilde erste Runde. Während Charles Leclerc die Vorteile des Ferraris am Start ausnutzte und von Platz drei auf eins sprang, verbremsten sich Pole-Setter Antonelli und Verstappen in der ersten Kurve. Der Niederländer drehte sich bei seiner Rückkehr auf die Strecke und verlor viele Plätze.
An der Spitze duellierten sich in der Anfangsphase Leclerc, Antonelli und Norris. In Runde sechs kam dann das Safety Car auf die Strecke, weil Isack Hadjar nach einem Fahrfehler in die Wand krachte und sich Pierre Gasly quasi zeitgleich nach Kontakt mit Liam Lawson überschlug.
Verstappen wechselte auf die harten Reifen, lag dadurch nur noch auf Rang 16. Beim Restart führte Leclerc das Feld vor Norris an, der sich kurz vor dem Safety Car vor Antonelli gesetzt hatte – und schließlich in Runde 13 die Führung vom Monegassen übernahm. Kurz darauf zog dann auch der Mercedes-Shootingstar am Ferrari vorbei.
Norris setzte sich an der Spitze ab, nur Antonelli konnte dem Tempo folgen. Der Italiener ging eine Runde früher an die Box und schnappte sich kurz darauf den McLaren, auf der Strecke übernahm er wenig später vom früher gestoppten Verstappen die Führung.
Während der Regen weiter auf sich warten ließ, kontrollierte Antonelli das Rennen, bis er Getriebeprobleme meldete. Norris arbeitete sich wieder heran, schaffte es aber nicht vorbei.
— mit Sport-Informations-Dienst (SID)