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Muss die Formel-1-Konkurrenz zittern? Verstappen wie ausgewechselt

Verstappen plötzlich wie verwandelt

Was für Max Verstappen pure Erleichterung ist, könnte für die Konkurrenz schon fast eine Warnung sein: Der Ex-Weltmeister fühlt sich in seinem Auto plötzlich wieder wohl.
Mit der neuen F1-Saison beginnt eine neue Ära. Neue Regeln, Autos und technische Änderungen sollen den Sport grundlegend verändern. Doch welche Auswirkungen haben die neuen Bestimmungen auf Teams, Fahrer und den Rennsport?
Was für Max Verstappen pure Erleichterung ist, könnte für die Konkurrenz schon fast eine Warnung sein: Der Ex-Weltmeister fühlt sich in seinem Auto plötzlich wieder wohl.

Nach Wochen voller Frust, scharfer Funksprüche und öffentlicher Kritik wirkt Max Verstappen plötzlich wieder wie ein anderer Fahrer.

Die kurze Formel‑1‑Pause hat dem viermaligen Weltmeister offenbar gutgetan: Der Niederländer fühlt sich in seinem Red‑Bull‑Auto deutlich wohler – und das zeigt sich auch auf der Strecke.

Platz zwei im Qualifying von Miamidas Rennen findet um 19 Uhr statt – war die große Überraschung des Tages. Vielleicht sogar für den Superstar selbst. „Von einer zur anderen Session fühlte es sich ganz anders an, obwohl wir keine Teile ausgetauscht hatten. Also haben wir seither viel verstanden“, befand ein befreiter Verstappen.

Verstappen erlebte Horror-Start in Formel-1-Saison

„Ich empfinde mehr Selbstvertrauen und fühle mich im Auto nicht mehr wie ein Beifahrer“, erklärte der wohl begabteste, aber zuletzt verhinderte Fahrer der Königsklasse weiter.

„Ehrlich gesagt alles“ sei besser geworden: „Vorher hat nichts wirklich funktioniert. Ich habe mich wie ein Fremdkörper im Auto gefühlt und hatte Untersteuern.“ Es sind gänzlich andere Töne von dem Mann, der zuletzt immer wieder einen Abschied aus der F1 in den Raum gestellt hatte.

Der Start in die laufende Saison verlief für Verstappen bekanntlich alles andere als nach Plan. Schon früh machte er seinem Ärger Luft, klagte über Balanceprobleme und mangelndes Vertrauen in seinen Boliden.

Besonders deutlich wurde das beim Großen Preis von Österreich, als er sein Auto am Funk als „komplett unfahrbar“ bezeichnete: „Es ist noch schlimmer als vorher. Ich weiß nicht, was ich sagen soll“, funkte er damals frustriert an die Box.

Bei Red Bull kommt der alte Biss zurück

Die öffentliche Kritik nährte zwischenzeitlich sogar Spekulationen über seine langfristige Zukunft bei Red Bull. Ist Miami die Trendwende? Gerade das neu gefundene Vertrauen hatte ihm in den ersten Rennen gefehlt.

Die ersten Ergebnisse beim US-Rennen (im Sprint wurde er immerhin Fünfter) bestätigen die positive Entwicklung. Verstappen ist wieder näher an der Spitze unterwegs und wirkt fahrerisch präsenter als noch vor wenigen Wochen.

Für Red Bull ist das ein wichtiges Signal im Kampf gegen die erstarkte Konkurrenz. Und für Verstappen selbst scheint klar: Wenn das Auto berechenbarer ist, kommt auch der alte Biss zurück.

Ob der Trend nachhaltig ist, werden die nächsten Rennen zeigen. Da der Grand Prix in den USA nach vorne verschoben wurde, kann Regen-Verstappen womöglich nicht vom angekündigten Unwetter profitieren. Doch der Eindruck nach der Pause ist eindeutig: Der Topfahrer fühlt sich wieder wohler, fährt zielsicher – und wirkt nach dem schwierigen Saisonbeginn tatsächlich wie ausgewechselt.

Die Konkurrenz dürfte gewarnt sein

„Wir hatten eine Reaktion erwartet“, sagte Ferrari-Pilot Charles Leclerc in der Pressekonferenz. „Aber das war eine wirklich beeindruckende Reaktion. Nach diesem Rückstand bei den ersten Rennen in der ersten Reihe zu stehen, ist wirklich speziell. Unser Job besteht darin, genau dasselbe zu tun und vor ihnen ins Ziel zu kommen.“

„Ich denke, Max da vorne zu sehen, war irgendwo eine Überraschung“, sagte auch Oscar Piastri im McLaren. Die neue Fahrfreude bei Verstappen dürfte für die Konkurrenz zumindest eine Warnung sein. Im Vorjahr startete der Red-Bull-Pilot bekanntlich eine beachtliche Aufholjagd. Sie war letztlich nicht von Erfolg gekrönt, zeigte aber einmal mehr: Verstappen ist fast alles zuzutrauen.