Der 13. Juni ist in der kanadischen Metropole Montreal immer mit einem besonders tragischen Ereignis verbunden. Es ist jener Tag, an dem vor genau 44 Jahren ein junger italienischer Rennpilot auf dramatische Art und Weise sein Leben verlor.
Formel 1: Der tödliche Unfall von Riccardo Paletti in Montreal
Seine Mutter sah, wie er verblutete
Nach dem Tod des kanadischen Nationalhelden Gilles Villeneuve, der am 8. Mai 1982 beim Qualifying zum Großen Preis von Belgien verunglückt war, erfuhr die Formel 1 nur etwas mehr als einen Monat später die nächste Tragödie. Das Opfer: der italienische Millionärssohn Riccardo Paletti.
Formel 1: Horrorcrash unmittelbar nach Start
Nach vielen verpassten Renn-Qualifikationen sollte der 13. Juni 1982 eigentlich ein guter Tag für den damals 23 Jahre alten Formel-1-Pilot werden. In seinem Osella stand Paletti beim Großen Preis von Kanada zum erst zweiten Mal überhaupt in der Startaufstellung, in der vorletzten Reihe.
Seine Mutter war extra nach Kanada gereist, um sich das Rennen vor Ort anzusehen. Geplant war zudem eine gemeinsame Geburtstagsfeier zwei Tage später, schließlich wäre Paletti am 15. Juni 1982 24 Jahre alt geworden.
Doch dazu sollte es nicht kommen. Ferrari-Pilot Didier Pironi, Teamkollege des verunglückten Villeneuve, hatte zum allerersten Mal in der Saison die Pole Position inne. Obwohl der Franzose im Ferrari verzweifelt winkte, weil sein Motor abgestorben war, kam das grüne Licht und das Rennen begann.
Mit über 200 km/h in ein stehendes Auto gekracht
Pironi war nicht vom Start weggekommen. Das Feld versuchte am Formel-1-Piloten vorbeizukommen, es folgte eine Tragödie.
Paletti rauschte mit einer Geschwindigkeit von über 200 Kilometern pro Stunde in den Boliden von Pironi, sein Wagen fing wenige Momente später Feuer und verschwand hinter einer Wand aus Flammen, Rauch und Feuerlöschschaum.
Der Italiener war, so berichteten übereinstimmende Medien, so sehr auf die richtigen Schaltzeitpunkte konzentriert, dass er auf seinen Drehzahlmesser starrte und nicht sah, dass Pironi vor ihm auf der Strecke nicht vom Fleck gekommen war.
Es heißt, dass Paletti sich selbst noch nicht bereit gefühlt hatte, 1982 schon in der Formel 1 anzutreten. Sein Vater war jedoch überzeugt davon, dass er bereits so weit sei.
Lenkrad presste sich in den Körper
Rettungskräfte eilten nach dem schlimmen Unfall umgehend auf die Strecke und versuchten, den Italiener aus seinem Wagen zu befreien. Das Lenkrad hatte sich in die Brust gepresst, Paletti hing bewusstlos in den Gurten. FIA-Arzt Sid Watkins eilte zum Italiener, musste aber die Wiederbelebungsversuche abbrechen.
An der Boxenmauer bekam seine Mutter zunächst einen Schreikrampf, ehe sie vor Verzweiflung zusammenbrach und schließlich weggebracht wurde.
Nach 25 Minuten konnte ihr Sohn aus seinem Formel-1-Wagen befreit werden, per Hubschrauber wurde Paletti von der Strecke abtransportiert. Wie die Ärzte später feststellen sollten, war Palettis Aorta zu diesem Zeitpunkt gerissen. Dazu hatte er sich schwere Beinbrüche zugezogen.
In einer Klinik erlag der Italiener wenig später seinen schweren inneren Verletzungen.
Das Rennen wird trotzdem fortgesetzt
Das Rennen wurde zunächst abgebrochen, später aber tatsächlich noch einmal gestartet. Osella, das Team des jungen Italieners, verzichtete beim Re-Start auf eine Teilnahme.
Der Tod des gebürtigen Mailänders traf die Formel 1 tief ins Mark. Stand 2026 hat die Königsklasse des Motorsports bislang 32 Unfalltote zu verzeichnen. Der Tod der Legende Ayrton Senna im Jahr 1994 gilt bis heute als schwärzester Tag der Formel-1-Geschichte.