Formel 1>

Formel 1: Diesen Verstappen muss die Konkurrenz fürchten

Verstappen plötzlich wieder voll da

Max Verstappen verpasst in Monaco die Pole nur hauchdünn. Platz zwei zeigt aber trotzdem, dass mit dem Niederländer wieder voll zu rechnen ist. Muss die Konkurrenz zittern?
Das Qualifying vor dem Großen Preis von Monaco bietet ordentlich Spannung. Dabei ist es mal wieder Kimi Antonelli, der seiner Konkurrenz davonfährt.
Max Verstappen verpasst in Monaco die Pole nur hauchdünn. Platz zwei zeigt aber trotzdem, dass mit dem Niederländer wieder voll zu rechnen ist. Muss die Konkurrenz zittern?

Diese Nachricht wird die Konkurrenz in der Formel 1 nicht gerne hören: Max Verstappen ist wieder voll da. Im so wichtigen Qualifying zum Großen Preis von Monaco beeindruckte der Niederländer mit mehreren überragenden Runden.

Zum ganz großen Coup, der Pole, reichte es nur hauchdünn nicht. Nur 0,043 Sekunden fehlten dem Red-Bull-Fahrer auf den aktuellen WM-Führenden Kimi Antonelli, der Verstappen mit einer unglaublichen Runde in allerletzter Sekunde abfing.

„Natürlich bin ich auch ein bisschen enttäuscht, dass es am Ende nicht gereicht hat“, sagte Verstappen: „Aber viel wichtiger ist für mich, welche Fortschritte wir gemacht haben. Ganz ehrlich: Ich habe auf Verbesserungen gehofft, aber eher mit einem Platz unter den ersten Fünf gerechnet. An die Pole habe ich überhaupt nicht gedacht.“

Verstappen? „Er ist wieder da“

Doch zu dieser reichte es fast. Um den Niederländer hauchdünn zu schlagen, brauchte der bisher so überragende Antonelli eine Fabelrunde. „Das war eine Runde für die Geschichtsbücher, wirklich unglaublich“, schwärmte Antonellis erstaunter Teamchef Toto Wolff bei Sky.

Anschließend lobte der Mercedes-Teamchef auch Verstappen: „Gerechnet haben wir mit ihm nicht, aber mit Verstappen muss man immer rechnen. Er ist wieder da. Den kann man nicht abschütteln. Er ist so gut.“

Bei all den Aussagen schwingt auch die Ehrfurcht vor dem Dominator der vergangenen Jahre mit. Dabei hatte der Niederländer einen Saisonstart zum Vergessen erlebt. Ein echter Kandidat für den WM-Titel schien er nicht zu sein. Jetzt hat sich das Blatt offensichtlich gewendet.

Verstappen tankt „richtig Selbstvertrauen“

Dabei sah es vor dem Qualifying noch nicht danach aus, dass Verstappen ein Kandidat für die Pole sein könnte. Im dritten Freien Training lag der Niederländer fast neun Zehntelsekunden hinter der Spitze. Umso größer war die Überraschung über Platz zwei auch bei ihm selbst.

„Wenn mir gestern jemand gesagt hätte, dass ich heute aus der ersten Reihe starte, hätte ich sofort eingeschlagen“, verriet Verstappen: „Ich hatte im dritten Training noch erhebliche Schwierigkeiten mit dem Auto. Deshalb bin ich mit Platz zwei wirklich zufrieden.“

Dieses Erfolgserlebnis löste etwas in Verstappen aus, wie er anschließend auch selbst zugab: „Wenn du am Samstagmorgen noch neun Zehntel zurückliegst und wenige Stunden später um die Pole kämpfst, dann gibt dir das richtig Selbstvertrauen.“

Genau diesen Zustand fürchtet die Konkurrenz. Denn kaum etwas ist in der Formel 1 gefährlicher als ein motivierter und selbstbewusster Verstappen.

Greift Verstappen noch in den WM-Kampf ein?

Diesen gab es in dieser Saison bisher so noch gar nicht zu sehen. Zunächst zeigte sich Verstappen frustriert über die Regeländerungen, dann lief es auch sportlich nicht. Freude empfand er zwischenzeitlich nur bei seinen Ausflügen auf die legendäre Nordschleife.

In der Formel 1 schob er dagegen Frust. In den ersten vier Rennen war sein bestes Ergebnis der fünfte Platz in Miami. Dann schon vor zwei Wochen das erste Erfolgserlebnis mit dem Podium in Kanada (Platz drei). Ein noch besseres Ergebnis scheint mit Startplatz zwei in Monaco möglich zu sein.

Dann würde der Niederländer auch in der WM-Wertung klettern, wo er aktuell nur auf dem siebten Rang rangiert. Aber schon die vergangene Saison zeigte, dass man Verstappen nie abschreiben sollte. Da schien er im Kampf um die WM auch abgeschlagen und holte sich im letzten Rennen fast doch noch seinen fünften Titel in Folge.

Verstappen wieder angriffslustig

Ob ein Angriff auch in dieser Saison noch möglich ist? Offen. Zumindest angriffslustig zeigt sich Verstappen wieder. Mit Blick auf das Renne am Sonntag sagte er in Richtung des Pole-Setters Antonelli grinsend: „Nach dem Erlöschen der Startampel soll Kimi einfach eine Sekunde warten und erst dann losfahren.“

Ein Spaß oder doch eine Stichelei in Richtung des Italieners, der zum Beginn der Saison immer wieder Probleme am Start hatte? Es zeigt zumindest, dass Verstappen wieder voll da ist und im Kampf um Siege auch wieder auf seine typische psychologische Kriegsführung zurückgreift. In dieser Verfassung ist der Niederländer für die Konkurrenz am gefährlichsten.

Sollte Antonelli am Sonntag (ab 15 Uhr im LIVETICKER) tatsächlich erneut am Start patzen, wäre Verstappen sicher da und könnte in Monaco, wo man traditionell kaum überholen kann, seinen ersten Saison-Sieg holen. Spätestens dann wäre er endgültig voll zurück.

Jetzt für den Motorsport-Newsletter anmelden und keine News mehr verpassen! Alle Infos zu Formel 1, MotoGP und mehr direkt in dein Postfach