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Hamilton giftet - weil Ferrari zeigt, wie man es nicht macht

Ferrari-Chaos immer größer

Lewis Hamilton verpasst das Podium beim Großen Preis der Niederlande ganz knapp. Schon während des Rennens ärgert er sich über seinen Teamkollegen, nach dem Rennen legt er nach.
Lando Norris gewinnt den letzten Formel-1-Grand-Prix in Zandvoort 2026, verkürzt damit den Rückstand auf WM-Spitzenreiter Kimi Antonelli, während Max Verstappen nach einem frühen Unfall ausscheidet und der Kampf um den Weltmeistertitel weiterhin offen bleibt.
Lewis Hamilton verpasst das Podium beim Großen Preis der Niederlande ganz knapp. Schon während des Rennens ärgert er sich über seinen Teamkollegen, nach dem Rennen legt er nach.

Der Frust von Lewis Hamilton in der Formel 1 wird immer größer. Der Ferrari-Pilot zeigte erneut ein starkes Rennen und doch konnte er am Ende mal wieder nicht zufrieden sein, weil sein Team eine große Fehlentscheidung traf. Statt auf dem Podest landet er auf Rang vier.

Mit einer Teamorder wäre das Podium aber wohl drin gewesen. Denn während des Rennens hing Hamilton mit deutlich frischeren Reifen hinter Charles Leclerc fest. Doch Ferrari holte Leclerc weder klar zur Box noch ordnete das Team an, dass dieser Hamilton vorbeilassen solle.

Dann wurde es noch skurriler. Ferrari funkte zu Leclerc: „Box, Box, Box.“ Aber der Monegasse fuhr nicht zum Stopp, sondern blieb weiter draußen. Dabei standen die Mechaniker schon für den Boxenstopp bereit. Sichtlich irritiert zuckten einige von ihnen mit den Schultern und setzten sich wieder hin.

Spätestens danach tobte Hamilton so richtig. „Wir verlieren unglaublich viel Zeit“, nörgelte er am Funk. Wenig später sagte er sarkastisch: „Tolle Strategie, um Zeit zu verlieren. Gute Leistung, Jungs.“

Formel 1: Hamilton fehlen nur acht Zehntel aufs Podium

Am Ende des Rennens sollte Hamilton Recht behalten. Es reichte nur für Platz vier, zu George Russell auf dem dritten Platz fehlten nur acht Zehntel.

„Wie Ferrari das gelöst hat, war das Paradebeispiel, wie man es nicht machen sollte. Charles Leclerc hält Lewis Hamilton zwei Runden zu lange auf, der dadurch unglaublich viel Zeit verliert“, kritisierte deshalb auch Sky-Experte Timo Glock.

Geht es nach dem ehemaligen F1-Piloten, wäre für Hamilton mit der richtigen Strategie sogar noch mehr drin gewesen: „Hätte man Hamilton frühzeitig an Leclerc vorbeigebracht, hätte man es meiner Meinung nach sogar schaffen können, ihn vor Kimi Antonelli zu bringen. Deswegen hat sich Hamilton zu Recht lautstark beschwert.“

Doch auch wegen der fehlenden Teamorder wurde es nichts damit, Punkte im WM-Kampf auf Antonelli gutzumachen. Stattdessen fiel Hamilton sogar noch weiter zurück.

Leclerc und Vasseur spielen Situation runter

Dass sich sein Teamkollege so lautstark über ihn beschwerte, sah Leclerc übrigens entspannt. „Naja, das sind die normalen Diskussionen in einem Rennen. Von außen sieht das dann vielleicht schlimmer aus, als es von innen wirklich ist. Am Ende war es nicht die richtige Runde für mich, um in die Box zu fahren“, sagte er nach dem Rennen bei Sky.

Zudem stellte er heraus, dass er von seinem Team eben nie aufgefordert wurde, seinen Platz an Hamilton abzugeben. Vielmehr ging es bei seiner Diskussion nur darum, wann die richtige Runde für einen Boxenstopp sei. „Ich habe mich auf mein Tempo konzentriert und versucht, bei meinem Rennen mein Bestes zu geben“, betonte Leclerc.

Das bestätigte übrigens auch Ferrari-Teamchef Fred Vasseur. „Nein, nein. Es war ganz gegenteilig“, antworte er, als er gefragt wurde, ob Leclerc sich einer Teamorder widersetzt hätte und zu spät in die Box gekommen sei.

„Wir haben den richtigen Zeitpunkt verpasst, das stimmt, aber wir haben ansonsten eine gute Pace gehabt“, sagte Vasseur und versuchte, die Situation mit Hamilton herunterzuspielen: „Nein ich glaube nicht, dass ihn das das Podium gekostet hat. Wir hatten eher Pech mit dem Safety-Car. Klar hat er da etwas Zeit hinter Charles verloren, aber in dem Moment war es die richtige Entscheidung.“

Hamilton deutlich: „Müssen als Team besser zusammenarbeiten“

Auch wenn sein Team bemüht war, die Wogen zu glätten, sah Hamilton es nach dem Rennen weiterhin komplett anders: „Es war definitiv frustrierend. Ich hatte eine super Pace und war auf einer starken Strategie mit einem anderen Reifen. Er hatte dagegen offensichtlich Probleme auf den Medium-Reifen und ich habe da Sekunden verloren.“

An seine Mannschaft richtete der Rekordweltmeister einen Rüffel: „Wenn wir als Team die maximale Punktausbeute schaffen wollen, müssen wir als Team besser zusammenarbeiten. Da muss die Entscheidung früher getroffen werden. Das hat uns wahrscheinlich das Podest gekostet, mindestens.“

Auch deshalb erwartete er, dass es im Nachgang eine intensive Nachbesprechung geben wird: „Mein Ziel ist es dieses Team zu einem WM-Titel zu führen. Deshalb wird es eine ruhige Diskussion werden, aber sie muss auch gradlinig geführt werden. Wenn man gewinnen will, muss man verschiedene Dinge richtig machen und sich besser abstimmen. Das machen die anderen Teams. Aktuell ist das sehr frustrierend, aber wir werden daran arbeiten.“

Experte Glock konnte ihm da nur zustimmen: „Es ist absolut richtig, was er sagt. Bei Mercedes wird es ganz anders gemacht. Da wird Kimi Antonelli vorbeigelassen an George Russell. Das hätte man in der Phase auch machen müssen. Wenn man um die WM fahren will, muss man das als Team so vorgeben.“