Für Skispringer Simon Ammann ist der Traum von seinen achten Olympischen Spielen geplatzt. Der 44-Jährige verlor das teaminterne Duell um einen Startplatz gegen den erst 19 Jahre alten Felix Trunz.
"Olympia-Ohrfeige" für Skisprung-Legende
„Olympia-Ohrfeige“ für Legende
Das gab der Schweizer Skiverband am Montag offiziell bekannt. Der Schweizer „Chef-de-Mission“ Ralph Stöckli erklärte: „Ich glaube, der Verband hat sich die richtigen Überlegungen gemacht - aufgrund der Leistungen, aufgrund der Zukunft. Es ist Sport. Das weiß auch Simon.“
Schweizer Boss erklärt Entscheidung
Ammann habe seine Chance gehabt. „Er kannte die Kriterien. Jetzt gilt es, das so zu akzeptieren - aus sportlicher Sicht“, sagte Stöckli und stellte klar: „Simon Ammann bleibt eine Legende.“
Die Skisprung-Legende selbst hatte es bereits kommen sehen. Im Rahmen der Skiflug-WM in Oberstdorf sagte Ammann am Sonntag auf SPORT1-Nachfrage: „Ehrlich gesagt, wird es wahrscheinlich ein bisschen schwierig, weil ich älter bin. Bei uns ist der Tenor ein bisschen so, dass die Jungen den Vortritt bekommen.“ Dieser Gedanke sollte sich am Montag bestätigen.
Die Schweizer Zeitung Blick titelte mit einer „Olympia-Ohrfeige“. Der Tages-Anzeiger formulierte: „175 Athletinnen und Athleten reisen nach Italien – aber für Simon Ammann hat es keinen Platz." Das Portal 20 Minuten schrieb von einer „bitteren Entscheidung“.
Ammann enttäuscht bei der Skiflug-WM
„Der Entscheid ist sinnvoll, alles andere wäre schwer vermittelbar gewesen“, resümierte der Tages-Anzeiger. Im Gesamtweltcup hat Ammann im Vergleich zu seinem Teamkollegen Trunz die Nasenspitze voraus (Rang 47 vs. 50), auch das beste Saisonergebnis spricht knapp für ihn (20. vs. 23. Rang). Anders verhält es sich bei der Formkurve: Im Teamwettkampf bei der Skiflug-WM am Sonntag etwa flog Ammann nicht nur der Konkurrenz, sondern auch seinem Landsmann klar hinterher.
„Ich habe gedacht, dass ich hier noch Eindruck schinden kann. Aber bei so einem Wettkampf ist das schwierig“, meinte Ammann auf Nachfrage von SPORT1 nach dem Team-Wettkampf, bei dem die Schweiz den sechsten Platz belegte.
Ammann flog am Sonntag 192,5 und 160,5 Meter weit. Trunz landete nach 204,5 und 188,5 Metern. In der Einzelwertung wurde Ammann am Freitag 31. und verpasste damit den Finaltag um Haaresbreite. Trunz belegte den 37. Platz.
Olympia: Dieser Rekord bleibt Ammann verwehrt
Damit verpasst es Ammann auch, einmal mehr Geschichte zu schreiben. Ammann hätte mit einer achten Teilnahme den Rekord von Eisschnellläuferin Claudia Pechstein und Skispringer Noriaki Kasai eingestellt.
Als „doppelter Doppel-Olympiasieger“ hatte Ammann einst Geschichte geschrieben. Sowohl 2002 in Salt Lake City als auch 2010 in Vancouver holte er Gold von der Normal- und der Großschanze.
Neben Trunz werden in Mailand und Cortina Gregor Deschwanden und Sandro Hauswirth für die Schweiz starten. Ammann wird nach eigenen Angaben als Ersatzmann zur Verfügung stehen.
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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)