Laura Nolte hämmerte zufrieden auf ihren Bob und holte sich im Zielbereich die verdienten Glückwünsche von Verteidigungsminister Boris Pistorius ab. Zur Halbzeit liegt die Weltcup-Dominatorin mit Anschieberin Deborah Levi in ihrer „Paradedisziplin“ Zweier auf Goldkurs - und steuert im großen Frauen-Schlitten auf ihren zweiten Olympiasieg in Folge zu.
Olympia 2026: Nach Silber-Drama! Nolte jetzt auf Gold-Kurs
Nolte nimmt Kurs auf Gold
„Wir sind nicht zu 100 Prozent zufrieden. Im ersten Lauf waren ein paar Fehler drin, das war ärgerlich, ich war nicht gut an den Lenkseilen. Im zweiten war es mega gut, wir sind super zufrieden“, sagte Nolte im ZDF.
Nach zwei von vier Läufen liegt sie in Cortina d’Ampezzo 0,18 Sekunden vor ihrer Teamkollegin Lisa Buckwitz. Am Samstag (ab 19 Uhr im LIVETICKER) werde es „spannend“, sagte Nolte: „Uns dürfen keine Fehler passieren.“
Die US-Amerikanerin Kaillie Armbruster Humphries, die nach dem ersten Lauf noch geführt hatte, ist Dritte (+0,23). Kim Kalicki hat das Podium als Vierte (+0,43) ebenfalls noch im Blick.
Olympia: Nolte mit Startrekord im ersten Lauf
„Es ist großartig, dass drei deutsche Bobs vorne liegen“, sagte Pistorius. Vier Tage nach dem Gewinn von Olympiasilber im Monobob gelang Nolte gleich im ersten Lauf ein Startrekord, im zweiten Durchgang zeigte sie dazu die klar beste Linie.
Doch Buckwitz lauert mit Neele Schuten nur knapp dahinter. Nach ihrer Goldmedaille als Anschieberin von Mariama Jamanka 2018 in Pyeongchang greift die 31 Jahre alte Athletin vom BRC Thüringen im Cortina Sliding Centre nun als Pilotin nach dem größtmöglichen Erfolg. Dieses olympische „Double“ hat vor Buckwitz noch niemand geschafft.
Alles andere als Gold wäre eine Enttäuschung
Für Nolte (27) wäre alles andere als Gold eine Enttäuschung. Vor vier Jahren in Peking war die in Frankfurt am Main lebende Athletin mit ihrem Triumph im Zweier zur jüngsten Bob-Olympiasiegerin der Geschichte aufgestiegen. „Der Zweier ist meine Paradedisziplin. Mit Debbie am Start ist es immer schnell und das ist natürlich etwas, was mir ein gutes Gefühl für die Bahn gibt“, hatte Nolte gesagt.
Am Montag war ihr der Olympiasieg im Monobob im letzten Lauf noch von der 41 Jahre alten US-Amerikanerin Elana Meyers Taylor weggeschnappt worden. Der Rückstand betrug nur vier Hundertstelsekunden, nachdem Nolte nach den ersten drei Läufen jeweils geführt hatte. In der Folge flossen viele Tränen. Nolte sprach von einem „verlorenen Gold“, wollte aber wie vor vier Jahren in Peking, als sie nur Vierte im Mono geworden war, die Enttäuschung als „Ansporn“ nutzen.
Bis zur „Halbzeit“ ging ihr Plan schon mal auf.