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Kritik an ARD und ZDF: "Im Grunde eine Schande"

Deutsche Gold-Heldin schlägt Alarm

Olympiasiegerin Laura Nolte kritisiert die geringe TV-Präsenz ihrer Sportart abseits der Spiele. Die 27-Jährige wählt deutliche Worte - und sieht mittelfristig große Gefahren.
Laura Nolte und ihre Anschieberin Deborah Levi vergolden ihre starke Performance beim Zweierbob der Frauen. Doch es kommt noch besser: Lisa Buckwitz sorgt für den Doppelsieg der deutschen Mannschaft.
Olympiasiegerin Laura Nolte kritisiert die geringe TV-Präsenz ihrer Sportart abseits der Spiele. Die 27-Jährige wählt deutliche Worte - und sieht mittelfristig große Gefahren.

Hinter Laura Nolte liegen erfolgreiche Olympische Spiele: Die 27-Jährige gewann Silber im Monobob und krönte sich im Zweierbob zur Olympiasiegerin.

„Zwei Wochen voller Emotionen, Freud und Leid, Sieg und Niederlage sind Geschichte. Für mich waren sie wie eine Bobfahrt. Es ging runter und hoch“, schreibt die Sportlerin bei Bild.

Einerseits freue sich die Olympiasiegerin über den Support in Deutschland und das Engagement der öffentlich-rechtlichen TV-Sender ARD und ZDF bei der Übertragung der Olympischen Spiele. Andererseits äußerte Nolte aber auch deutliche Kritik an den Fernsehsendern.

Deutsche Olympia-Heldin schlägt Alarm

Was die 27-Jährige besonders störe: Viele olympische Sportarten, wie auch der Bobsport, würden außerhalb der Olympischen Winterspiele keine derart große Bühne bekommen, sondern lediglich, „wenn überhaupt, nur in Livestreams via Internet zu sehen sein“.

Nolte wählte klare Worte: „Wir Bobsportler sind mit Abstand der erfolgreichste Medaillengarant, haben aber kaum TV-Präsenz und sind daher auf beinahe selbstlose Sponsoren angewiesen. Das ist im Grunde eine Schande.“

So sei es möglicherweise „eine Frage der Zeit, bis es auch in diesem wunderbaren Sport schwierig wird, die Weltspitze zu halten. Denn neben all dem harten Training ist es auch eine Menge Idealismus, die den Bob am Laufen hält.“

Bobsport droht Olympia-Aus

Die Bobpilotin merkte an, dass viele deutsche Sportler buchstäblich „Klinken putzen“ müssten, um ihren Sport gegenfinanziert zu bekommen. Gerade der Bobsport koste viel Geld. „Wir müssen unsere Anschieberinnen bezahlen, aber auch einen Transporter, Hotels, Kufen und vieles mehr. Das allein verschlingt im Jahr locker mehr als 50.000 Euro.“

Berichten zufolge könnte dem Bobsport in Zukunft das Olympia-Aus drohen. Der Bob- und Schlittenverband für Deutschland (BSD) zeigte sich bezüglich der Debatte „optimistisch und entspannt, dass wir Lösungen anbieten können“.