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Deutscher Shootingstar: Rotzfreche Ansage nach Olympia-Enttäuschung!

Rotzfreche Ansage von Sonnekalb

Finn Sonnekalb verpasst in seiner Spezialdisziplin das Podium deutlich. Das Warten der deutschen Eisschnellläufer auf eine Medaille bei den Olympischen Spielen geht weiter.
Bei den Youth Olympics hat Finn Sonnekalb schon mächtig abgeräumt. Jetzt will der Eisschnellläufer auch bei den Olympischen Spielen 2026 oben angreifen - weiß aber noch nicht so recht, was ihn erwartet.
Finn Sonnekalb verpasst in seiner Spezialdisziplin das Podium deutlich. Das Warten der deutschen Eisschnellläufer auf eine Medaille bei den Olympischen Spielen geht weiter.

Die Sensation ist ausgeblieben, die leisen Podest-Hoffnungen haben sich zerschlagen: Eisschnellläufer Finn Sonnekalb hat seine ersten Olympischen Winterspiele ohne Medaille beendet - sein Selbstbewusstsein aber ist offensichtlich intakt.

Der 18 Jahre alte Shootingstar kam am Donnerstag auf seiner Spezialstrecke 1500 m in 1:45,64 Minuten nicht über den 13. Platz hinaus und verpasste nach holpriger Vorbereitung einen Überraschungscoup deutlich. Nichtsdestotrotz verabschiedete er sich mit einer zwischen Trotz, Augenzwinkern und rotzfrechem Charme pendelnden Botschaft. „Es tut weh, jetzt vier Jahre warten zu müssen, bis man Olympiasieger ist“, beschloss der von den Folgen eines viralen Infekts beeinträchtigte Teenie aus Erfurt ein Interview mit der ARD.

Sonnekalb bei Olympia nicht in Topverfassung

Gold im hochklassigen Rennen über die Mitteldistanz sicherte sich Ning Zhongyan aus China mit olympischem Rekord von 1:41,98 Minuten. Silber ging US-Sprint-Star Jordan Stolz (1:42,75), der nach Gold über 500 m und 1000 m seine dritte Medaille in Mailand gewann. Das Podest komplettierte der Niederländer Kjeld Nuis (1:42,82), 2018 und 2022 Olympiasieger über 1500 m. Die weiteren deutschen Starter Hendrik Dombek (München/1:46,52) und Moritz Klein (Erfurt/1:46,54) belegten die Plätze 19 und 20.

Sonnekalb ging im 14. von 15 Paaren aufs Eis - ein Startplatz, der seine guten Vorleistungen im olympischen Winter widerspiegelte. Zwei Mal hatte er im Weltcup 2025/26 über 1500 m auf dem Podest gestanden. In Mailand traf Sonnekalb nun im direkten Duell auf 5000-m-Olympiasieger Sander Eitrem. Nach einem Fehlstart des Norwegers begann Sonnekalb gut, schnell wurde aber klar, dass eine Top-Platzierung außer Reichweite sein würde.

„Ich bin eigentlich ganz gut reingekommen, der Angang war gut. Aber es war einfach keine Kraft da”, analysierte Sonnekalb sein Rennen: „Irgendwie im Training habe ich die Kraft immer, aber im Wettkampf irgendwie dann nicht. Ich weiß jetzt nicht genau woran es gelegen hat, aber ich denke mal die Saison ist lang, die Krankheit spielt wahrscheinlich immer noch eine große Rolle.“

Sonnekalb habe „gedrückt, gedrückt, gedrückt, aber es kam halt einfach nichts an. Die Rundenzeiten kamen einfach nicht und dann tut man sich auch schwer.“ Letztlich sei „einfach nichts mehr im Tank“ gewesen.

Olympia: Eisschnellläufer waren bereits 2014, 2018 und 2022 ohne Podest

Für Sonnekalb war es der zweite Einsatz nach seinem Start vor einer Woche über die Nebenstrecke 1000 m. Damals hatte er - geschwächt von einem viralen Infekt - den zwölften Platz belegt. Die wettkampffreie Zeit nutzte der Erfurter zur Erholung und zu einer gezielten Vorbereitung - und fühlte sich bereit. „Mir geht’s echt deutlich besser. Ich würde sagen, dass ich fast wieder bei 100 Prozent bin“, hatte er am Mittwoch gesagt. Er sei nun zuversichtlich, „in einer guten Form“ am Start stehen zu können.

Auf eine Top-3-Platzierung Sonnekalbs, der bei den Olympischen Jugendspielen in Gangwon 2024 sowie der Junioren-WM im Februar 2025 drei Titel gewonnen hatte, hatte auch der deutsche Verband gehofft. Die arg gebeutelte Deutschen Eisschnelllauf- und Shorttrack-Gemeinschaft (DESG) war bei den Winterspielen 2014, 2018 und 2022 ohne Podestplatzierung geblieben. In Mailand droht nun die nächste Nullrunde.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)