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Ester Ledecka: Eine Geschichte, die sich so schnell nicht wiederholen wird

Das macht ihr so schnell niemand nach

Bei den Olympischen Winterspielen 2018 sorgte Ester Ledecka für eine Olympia-Sensation. Als einzige Frau, die bei denselben Olympischen Winterspielen in zwei verschiedenen Sportarten Gold gewann, ging sie in die Geschichte ein.
Die Tschechin Ester Ledecka hat im Super-G sensationell die Goldmedaille gewonnen und für eine der größten Überraschungen der alpinen Olympia-Geschichte gesorgt.
Bei den Olympischen Winterspielen 2018 sorgte Ester Ledecka für eine Olympia-Sensation. Als einzige Frau, die bei denselben Olympischen Winterspielen in zwei verschiedenen Sportarten Gold gewann, ging sie in die Geschichte ein.

Es ist eine Geschichte, die sich so schnell nicht wiederholen wird. 2018 in Pyeongchang trat Ester Ledecka nicht nur als Weltmeisterin im Snowboard an, sie qualifizierte sich auch für die alpinen Skirennen. Dort zählte sie zwar nicht zum Favoritenkreis, doch allein ihre Teilnahme an beiden Sportarten hatte Sensations-Potenzial.

Die Tschechin ging beim Super G-Rennen am 17. Februar erst spät mit Startnummer 26 auf die Strecke. Zuvor hatte die bis dato Führende Anna Veith aus Österreich bereits erste Siegerinterviews gegeben. Mit einem Positionswechsel auf dem Goldrang rechnete zu diesem Zeitpunkt keiner mehr.

Doch das Rennen war noch nicht vorbei. Ledecka zauberte unter guten Bedingungen einen fast fehlerfreien Lauf in den Schnee. Die Zwischenzeiten leuchteten allesamt grün auf.

Ledecka zweifelt an korrekter Zeitmessung

Im Zielbereich angekommen, starrte die Ausnahmesportlerin einige Sekunden gebannt auf die Anzeigentafel. „Ich war sehr überrascht. Ich dachte, die Zeit ist falsch, die werden sie in einigen Sekunden korrigieren“, verriet sie nach dem Rennen. Zu groß war die Überraschung.

Doch es war kein technischer Fehler der Jury. Ester Ledecka gewann tatsächlich den olympischen Super-G vor den hoch gehandelten alpinen Spezialistinnen aus dem Skirennzirkus. Ein klassischer Underdog-Sieg. Und das von einer Frau, die eigentlich für ihre Snowboarderfolge bekannt war.

Einzige Frau mit Olympia-Gold in zwei Sportarten

Die Tatsache, dass sich Ester Ledecka bei den Olympischen Spielen in zwei verschiedenen Sportarten qualifizieren konnte, war allein schon eine Seltenheit. Mit ihrem Triumph beim Super-G kürte sie sich dann auch noch zur einzigen Frau, die bei denselben Olympischen Winterspielen in zwei verschiedenen Sportarten Gold gewann. Eine Sensation für die Geschichtsbücher.

Neben ihrem großen Überraschungserfolg im Super-G wurde sie - praktisch nebenbei - auch ihrer Favoritenrolle im Parallelslalom gerecht. Sie gewann das Snowboard-Rennen vor den beiden Deutschen Selina Jörg und Ramona Hofmeister.

Bei den aktuellen olympischen Spielen 2026 wird die 30-jährige Tschechin eine Skientscheidung mit Sicherheit verpassen.

Denn sowohl die Damen-Abfahrt in Cortina als auch der Parallel-Riesenslalom im Snowboard im knapp 230 Kilometer entfernten Livigno finden am 8. Februar statt.

Olympia 2026: Ledecka hadert mit Terminplan

An beiden Wettkämpfen teilzunehmen, ist selbst für Ledecka unmöglich. „Ich habe so hart gekämpft, wie ich konnte. Die Entscheidung wurde getroffen, das Programm nicht zu ändern“, zeigte sie sich im Eurosport-Interview enttäuscht: „Ich habe keine andere Wahl, als mich damit abzufinden.“

Bei olympics.com wird sie zudem mit folgenden Worten zitiert: „Ich habe ein paar Mal deswegen geweint, aber wir haben getan, was wir konnten.“

Allerdings kann Ledecka wieder den Super-G fahren, der am 12. Februar steigt. „Mir bedeutet es mehr, dass ich als einzige Teilnehmerin bei den Olympischen Spielen in zwei Sportarten antreten werde, als womöglich den Sieg in der Abfahrt zu erringen. Denn in der Geschichte gibt es nur zwei Olympioniken, die bei ein und denselben Spielen in zwei Sportarten nominiert waren“, sagte sie laut Radio Prague International.

Die Chance ist aber groß, dass ihr Doppel-Triumph in Pyeongchang ein einmaliger Moment der olympischen Geschichte bleiben wird.