Als Edvin Anger auf die Zielgerade einbog, war vor ihm weit und breit kein Athlet mehr zu sehen. Was normalerweise ein gutes Zeichen ist und einen Sieg bedeutet, war für die schwedische Langlauf-Staffel über 4 x 7,5 Kilometer aber die Vollendung eines Albtraums bei Olympia.
Olympia 2026: Langlauf-Fiasko! "Jetzt müssen Köpfe rollen"
Fiasko! „Jetzt müssen Köpfe rollen“
Denn der Schlussläufer der Schweden hatte nur deshalb niemanden mehr vor sich, weil er völlig abgeschlagen und mit fast 45 Sekunden Rückstand auf Platz neun als Zehnter und Letzter das Ziel erreichte. Von einem „riesigen Fiasko“ schrieb das heimische Aftonbladet.
Olympia-Fiasko: Zeitung gibt Vermisstenanzeige auf
Das Blatt gab eine Art Vermisstenanzeige auf und postete ein Bild der vier Athleten Anger, Johan Häggström, Calle Halfvarsson und William Poromaa mit der Bildunterschrift: „Hat irgendjemand die schwedische Staffel gesehen?“
Schon Startläufer Häggström hatte beim ersten Wechsel als Letzter mit über 30 Sekunden Rückstand auf den späteren Olympiasieger Norwegen übergeben. Im Ziel wuchs dieser sogar auf über dreieinhalb Minuten an.
Langlauf-Star deutlich: „Man schämt sich da draußen“
„Das ist peinlich. Man schämt sich da draußen. Gleichzeitig muss man versuchen, alles zu geben. Ich gebe mein Bestes, aber es passiert nichts“, sagte Halfvarsson im Anschluss dem TV-Sender SVT Sport. Auf seinem Online-Portal schrieb SVT von einem „Albtraum-Tag“ und einem „riesigen Reinfall“ an diesem Sonntag.
Für die eigentlich erfolgsverwöhnte Langlauf-Nation Schweden (zweitmeiste olympische Goldmedaillen nach Norwegen) wurde das Staffelergebnis zur puren Enttäuschung. „Gemessen an schwedischen Maßstäben, in einer Staffel, in der Russland nicht am Start ist, ist das natürlich sehr, sehr schlecht“, bewertete SVT-Experte Anders Blomquist.
Doch woran lag es, dass die Schweden dermaßen chancenlos Letzter wurden? „Wenn man nicht genauso gutes Material wie die Besten hat, ist es vorbei“, versuchte sich Halfvarsson zu erklären. Dabei sprach er die Ski und das Material an, die offenbar nicht in bestem Zustand waren.
Olympia: Wachsmeister nimmt Schuld auf sich
Der eigentliche Wachsmeister Anders Svanebo, der die Ski optimal auf die Strecke vorbereitet, fehlte bei der Staffel krankheitsbedingt. Einspringen musste Mattias Berglund.
„Das ist viel zu schlecht, es ist furchtbar“, sagte er SVT Sport über seine Leistung. In einer eingerichteten Krisensitzung nach dem Rennen nahm er die Verantwortung auf sich.
Presse wütet: „Jetzt müssen Köpfe rollen“
Drastisch formulierte es ein Autor des Aftonbladet in einem Kommentar. Dort beschrieb er das Rennen als „Tiefpunkt für den schwedischen Skisport der Männer“. „Wir sind heute mit Abstand die Schlechtesten der Welt“, urteilte er scharf und forderte: „Jetzt müssen Köpfe rollen.“
Er ging sogar so weit, dass er die Auflösung der schwedischen Nationalmannschaft forderte. Die Leserinnen und Leser des Aftonbladet sahen es in einer Umfrage ähnlich. „Soll Schweden seine Herren-Nationalmannschaft auflösen?“, wurde gefragt. Rund 75 Prozent stimmten für „Ja“ ab, über die Hälfte derer wolle das Team aber „erst finden“.