Als der Triumph perfekt war, wirkte Johannes Lochner für einen Moment beinahe überwältigt. Auf Gold im Zweier ließ der 35-Jährige bei den Olympischen Winterspielen auch im Viererbob Gold folgen – und krönte seine ohnehin schon herausragende Karriere.
Olympia 2026: Salto-Jubel nach Gold-Coup! Lochner schildert verrückte Wette
Gold-Held schildert verrückte Wette
Besser hätte es eigentlich nicht besser kommen können. Doch Lochner setzte noch einen drauf und ersparte seiner Crew nebenbei auch noch eine ungeliebte Aufgabe.
Im Zielbereich des Eiskanals von Cortina d’Ampezzo stieg Lochner aus dem Schlitten – und überraschte mit einer turnerischen Einlage. Aus dem Stand setzte er zu einem blitzsauberen Rückwärtssalto an.
Olympia: Lochner erklärt Salto-Überraschung
„Meine Frau ist Turnerin, da war ich mal mit in der Halle und habe meine Künste ausprobiert“, sagte er später augenzwinkernd auf SPORT1-Nachfrage. „Da hieß es: Wie kann so viel Fleisch so hoch springen und sich drehen? Es sieht sicher nicht elegant aus, aber einmal drehen kann ich mich.“
Hintergrund der Aktion war eine interne Wette. „Wir müssen ja die Bobs verladen – da haben wir aber gar keinen Bock drauf“, hatte Lochner zuvor im ZDF erklärt. Mit dem gelungenen Salto war die Sache entschieden: Das Verladen übernimmt der Teammanager. Lochner und seine Anschieber Thorsten Margis, Jörn Wenzel sowie Georg Fleischhauer konnten direkt in den Feiermodus übergehen. „Das war die Abmachung. Wir haben jetzt frei, und die Bobs kommen auf magische Weise von allein in den Transporter“, fügte Lochner mit einem breiten Grinsen hinzu.
Olympia: Lochners perfekter Abschluss
Sportlich hatte der Oberbayer zuvor ein weiteres Kapitel deutscher Bob-Geschichte geschrieben. Fünf Tage nach seinem Zweier-Triumph gewann er auch die Königsdisziplin Vierer und sicherte dem Team bei den Spielen in Mailand und Cortina die achte Goldmedaille. Lochner behauptete sich vor seinem Dauerrivalen Francesco Friedrich. Adam Ammour musste im letzten Durchgang noch Bronze an den Schweizer Michael Vogt abtreten und wurde Vierter.
„Unglaublich, dass der Plan bei meiner letzten Fahrt so aufgeht – ich werde lange brauchen, um das zu realisieren“, sagte Lochner sichtlich bewegt: „Dieser Traum hat sich zwei Jahre lang in meinem Kopf abgespielt. Dass er jetzt wahr geworden ist, ist unbeschreiblich. Ein Moment für die Ewigkeit – der perfekteste Abschluss überhaupt.“
Für Lochner ist es nach einer 15-jährigen Laufbahn das erhoffte Happy End: Der „ewige Zweite“ erfüllte sich in Norditalien gleich zweimal den Traum vom Olympiasieg. In Peking 2022 hatte er sich noch zweimal Friedrich geschlagen geben müssen.