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Armbruster tobt: Olympia-Skandal – Kombiniererinnen ausgeschlossen

Wintersport-Star: „Tut enorm weh“

Die Kombination ist die einzige Sportart bei den am Freitag beginnenden Winterspielen, bei denen keine Frauen zugelassen sind.
Bei Olympia nur Zuschauerin: Nathalie Armbruster
Bei Olympia nur Zuschauerin: Nathalie Armbruster
© IMAGO/Sportfoto Rudel/SID/IMAGO/Pressefoto Rudel/Nico Bauhof
Die Kombination ist die einzige Sportart bei den am Freitag beginnenden Winterspielen, bei denen keine Frauen zugelassen sind.

Nathalie Armbruster hat kurz vor Beginn der Olympischen Spiele erneut das Fehlen der Nordischen Kombiniererinnen beklagt.

„Es ist sehr, sehr schmerzhaft zu sehen, wie alle anderen nach Italien fahren. Ich dagegen sitze zu Hause und muss mir die Wettkämpfe am Fernseher anschauen. Das tut enorm weh“, sagte die dreimalige WM-Zweite.

Kritik am IOC: Keine Frauenstartplätze in der Kombination

Die Kombination ist die einzige Sportart bei den am Freitag beginnenden Winterspielen, bei denen keine Frauen zugelassen sind.

„Das ist ungerecht. Und ich muss leider sagen, dass man vom IOC so gar nichts hört. Das macht das Ganze schwierig, weil man sich fragt: Was wollt ihr denn eigentlich von uns? Was noch?“, sagte die 20-Jährige.

IOC bemängelt Leistungsgefälle – FIS verweist auf Wachstum

Das Internationale Olympische Komitee hatte zuletzt das starke Leistungsgefälle bei den Frauen bemängelt - nur wenige Nationen, allen voran Deutschland und Norwegen, mischen konstant in der Weltspitze mit.

Der Skiweltverband FIS hält dagegen, dass die Zahlen bei den teilnehmenden Athletinnen und Athleten sowie Nationen seit Jahren steigen.

Armbrusters Podiums-Statistik zeigt weltweite Vielfalt

Armbruster hat sogar nachgezählt. „Ich habe mir die Mühe gemacht und nachgeschaut: Im Sommer und Winter waren zehn verschiedene Athletinnen auf dem Podium - aus sieben Nationen von drei Kontinenten. Wenn das nicht eine Vielfalt ist, dann weiß ich es auch nicht“, sagte die Gewinnerin des Gesamtweltcups.

Aichinger: „Surreale Wochen“ und tiefer Schmerz bei den Athletinnen

Bundestrainer Florian Aichinger bezeichnete die aktuelle Situation als schwierig. „Für die Sportlerinnen waren die letzten Wochen surreal. Alle anderen haben auf ein Großereignis hingefiebert - und wir haben gemerkt, dass wir nicht mehr Teil des Ganzen sind. Das hat schon wehgetan. Es kommen immer wieder Emotionen hoch, vor allem bei den Athletinnen“, sagte Aichinger.

Im Mai oder Juni wird sich entscheiden, ob die Frauen Frauen 2030 zugelassen werden. Möglich ist auch, dass die Kombination ganz aus dem Programm fliegt.