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Russische Rivalin macht deutsches Team fassungslos: "Sowas habe ich noch nie erlebt!"

Deutsche Ski im Rennen „geklaut“

Eine Russin nimmt beim Skiwechsel nach etwa der Hälfte der Distanz versehentlich die Ski von Katharina Hennig Dotzler - im deutschen Lager herrscht Fassungslosigkeit.
Im Teamsprint gewinnen Laura Gimmler und Coletta Rydzek die langersehnte Medaille im Langlauf. Das Duo sprintet am Ende zu Bronze.
Eine Russin nimmt beim Skiwechsel nach etwa der Hälfte der Distanz versehentlich die Ski von Katharina Hennig Dotzler - im deutschen Lager herrscht Fassungslosigkeit.

Kurioser Zwischenfall beim olympischen Skilanglaufrennen über 50 Kilometer: Die Russin Darja Neprjajewa hat beim Skiwechsel nach knapp der Hälfte der Distanz - offenbar versehentlich - die Ski von Olympiasiegerin Katharina Hennig Dotzler genommen. Neprjajewa fuhr zum Wechsel in Box 12, ihre Startnummer war aber die 14.

Neprjajewa durfte das Rennen in der Folge zwar beenden, wurde aber nach dem Rennen aus dem Protokoll gestrichen und als disqualifiziert gelistet. Hennig Dotzler beendete das Rennen auf Platz neun. Gold holte die Schwedin Ebba Andersson, Norwegerin Heidi Weng und Schweizerin Nadja Kaelin komplettierten das Podium.

DSV-Bundestrainer Peter Schlickenrieder hatte sich von seinem Streckenposten aus noch während dem Rennen fassungslos gezeigt. „Sowas habe ich noch nie erlebt. Das ließ von der gesamten Betreuermannschaft den Puls höher schlagen,“ so Schlickenrieder in der ZDF-Übertragung.

„Als wenn Ferrari zum McLaren fährt“

„Man legt sich ja eine Strategie zurecht und legt vielleicht sogar den besten Ski in die Box. Wenn der von der Konkurrentin genommen wird, ist das ein mittleres Desaster“, ärgerte sich Schlickenrieder.

In der Folge forderte er die Disqualifikation der Russin. Sonst könne es sich noch als neue Taktik etablieren, sich die besten Ski auszusuchen, warnte er. „Das geht einfach nicht. Es ist so, als wenn man beim Formel 1 in die falsche Boxengasse reinfährt“, merkte Schlickenrieder an. „Als wenn Ferrari zum McLaren fährt“, fügte er an.

Auch Hennig Dotzler zeigte sich irritiert. Sie habe schnell gemerkt, dass etwas nicht stimme: „Ich habe schon gedacht: Häh, komisch. Dann bin ich aus der Box rausgestolpert und habe gedacht, ‚was ist denn jetzt los?‘. Es hat komplett gestockt."

Sie habe gemerkt, dass sie „ein Stück Frischhaltefolie“ unter dem Ski gehabt habe. „Das klebt natürlich nochmal brutal. Sie habe ihren Ski von dem Plastik befreien müssen und dann unter einem großen Kraftakt zu ihrer vorherigen Gruppe wieder aufgeschlossen.

Die deutschen Techniker mussten in Windeseile neue Ski für Hennig Dotzler präparieren, erklärte Schlickenrieder. Nachdem tief in der „Wachskiste gekramt” werden musste, gelang es dem Team, innerhalb von zehn Minuten neue Ski in die Box zu legen.

„Das, was die Wachsler hier geschafft haben, in Höchstgeschwindigkeit die Ski zu präparieren, ist schon eine Leistung für sich“, lobte der Trainer.

Olympia-Abschluss mit falschen Ski

Die Ersatzski wurde rechtzeitig für den Wechsel der Deutschen bereitgestellt, ohne dass Skilangläufern Henning von diesem Spektakel etwas mitbekam. „Sie hat einen Ski unter den Füßen, wo Katarina Henning drauf steht und sie geht davon aus, dass es der ist, den sie da vorm Rennen reingelegt hat“, stellte Schlickenrieder mit einem Schmunzeln fest.

Sowohl für Neprjajewa als auch für Hennig Dotzler waren die Top-Platzierungen zu diesem Zeitpunkt bereits deutlich entfernt.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)