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Olympia: Deutscher Biathlon-Star teilt gegen Couch-Trainer aus

Nawrath teilt gegen Couch-Trainer aus

Der deutsche Biathlon-Sportdirektor Felix Bitterling beklagt nach den bisherigen Enttäuschungen die Auswüchse in den Sozialen Medien. Auch Philipp Nawrath reagiert auf SPORT1-Nachfrage - und wird dabei deutlich.
Biathlon-Star Philipp Nawrath äußert sich zu Hassnachrichten im Netz
Biathlon-Star Philipp Nawrath äußert sich zu Hassnachrichten im Netz
© IMAGO/Fotostand
Der deutsche Biathlon-Sportdirektor Felix Bitterling beklagt nach den bisherigen Enttäuschungen die Auswüchse in den Sozialen Medien. Auch Philipp Nawrath reagiert auf SPORT1-Nachfrage - und wird dabei deutlich.

Felix Bitterling, Sportdirektor des deutschen Biathlon-Teams, hat die zunehmende Verunglimpfung seiner Athletinnen und Athleten in den Sozialen Medien angeprangert.

„Was sicher nicht hilft ist, und es nimmt leider zu, dass bei dem kleinsten Misserfolg Hunderte von Hassnachrichten auf diese Mannschaft einprasseln, zu mir, zu den Athleten in allererster Linie. Das ist total inakzeptabel“, sagte Bitterling vor dem Massenstart-Rennen der Männer bei den Olympischen Winterspielen in Mailand und Cortina d’Ampezzo im ZDF.

Dies sei, fügte der 44-Jährige an, „wirklich unter der Gürtellinie. Wir reden hier über Sport und es sollte auch Sport bleiben. Man kann uns gerne kritisieren für das, was wir nicht gut machen, aber bitte auf einem gewissen Niveau.“

Nawrath teilt gegen Couch-Trainer aus

Auch Philipp Nawrath äußerte sich auf SPORT1-Nachfrage zu den Kommentaren: „Die Meisten (Kommentarverfasser; Anm. d. Red.) kann man dann einschätzen. Man weiß, dass es reine Couch-Trainer sind, die selbst eher unzufrieden mit ihrer Situation sind. Wahrscheinlich befinden sie sich selbst in einer emotional unzufriedenen Phase."

Der deutsche Biathlon-Star denkt, dass „das ganze Thema vorwiegend bei den Damen aufläuft, die sind da gefährdeter. Die sind natürlich emotionaler mit ihren Aussagen und dann steigen da viele darauf ein. Das merke ich schon, dass es bei den Mädels mehr Angriffsfläche gibt.“

Olympia: Bitterling verurteilt niveaulose Kritik

Im Anschluss an den Massenstart verschärfte derweil auch DSV-Sportdirektor Bitterling seine Kritik auf SPORT1-Nachfrage: „Für uns ist völlig okay, wenn da konstruktive Kritik kommt. Ob man deswegen jemanden persönlich beleidigen, ihm erzählen muss, er hätte kein Recht zu leben, und so weiter, das glaube ich nicht. Ich hoffe sehr, dass dies irgendwann auch strafrechtlich verfolgt wird.“

Konstruktive Kritiken seien aber weiterhin geschätzt im deutschen Team, wie er auf SPORT1-Nachfrage erläuterte: „Wenn wir schlecht sind, da kann man von ausgehen, dass wir die ersten sind, die da unzufrieden sind und sich diesem Thema auch stellen.“

Bö enttäuscht vom deutschen Biathlon-Team

Unter anderem die Biathlon-Legende Johannes Thingnes Bö hatte sich im Interview mit SPORT1 schwer enttäuscht gezeigt und Veränderungen rund um das deutsche Team gefordert.

Auch Bitterling sieht Verbesserungsdarf bei der deutschen Mannschaft. „Wo wir definitiv besser werden müssen, ist im mentalen Bereich“, gestand Bitterling ein.

Er erläuterte: „Also nicht nur das vorzuhaben, sondern auch das Handwerkszeug zu haben, um wirklich liefern zu können. Ich glaube, da müssen wir uns als Verband auch hinterfragen, ob wir alles tun, um die Athleten in diese Situation zu bringen.“

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)