Silber mit der Frauen-, Bronze mit der Männer-Staffel – das schwedische Biathlon-Team ist unter dem deutschen Cheftrainer Johannes Lukas bei den Olympischen Spielen ganz vorne dabei. Die Zusammenarbeit ist so erfolgreich, dass sie sogar zu Tränen der Rührung führt.
Olympia: Tränen wegen deutschem Biathlon-Trainer
Deutscher Trainer sorgt für Tränen
Nach dem zweiten Platz im Staffelrennen am Mittwoch wurde Anna Magnusson gefragt, welche Bedeutung Lukas für das Team habe. „Eine unglaubliche Menge, würde ich sagen“, antwortete die Skijägerin dem Aftonbladet zufolge und wischte sich dabei ein paar Tränen aus den Augen.
„Gott, jetzt bin ich tatsächlich ein bisschen gerührt. Ich glaube, er hat mir wirklich die Freude am Biathlon wiedergegeben“, fuhr die 30-Jährige, die in dieser Saison auch mit starken Leistungen im Weltcup überzeugt, fort.
Olympia: Deutscher Trainer nach Staffel-Erfolg emotional
Lukas sei ein „fantastischer Anführer“, ergänzte Magnusson: „Er hat wirklich an mich geglaubt. Ich denke, er hat meine Karriere ein wenig verlängert.“
Auch Lukas selbst war angesichts des Erfolgs bei Olympia sichtlich gerührt. „Ich hatte vor den Olympischen Spielen einen Traum. Ich wollte unbedingt sowohl in der Frauen- als auch in der Männerstaffel eine Medaille gewinnen“, erklärte der gebürtige Münchner.
2019 hatte Lukas das Amt als Cheftrainer der schwedischen Biathletinnen und Biathleten übernommen. 2023 wurde er bei der schwedischen Sportgala sogar zum Trainer des Jahres gekürt.
Biathlon-Trainer mit unklarer Zukunft
Doch diese Saison könnte womöglich seine letzte bei den Skandinaviern sein, da sein Vertrag ausläuft, wie er bereits im SPORT1-Interview zu Beginn des Winters verriet. „Es ist noch schwierig, eine eindeutige Richtung festzulegen. Ich bin mir sicher, dass ich nächstes Jahr etwas machen werde, aber was genau, kann ich noch nicht sagen“, erklärte Lukas seinerzeit.
Als der 32-Jährige am Mittwoch auf seine Pläne angesprochen wurde, meinte er: „Ich weiß nicht, ob die Zukunft heute schon eine Rolle spielt.“ Magnusson sagte: „Wir haben keine Ahnung. Wir müssen abwarten.“
Lukas macht aber kein Geheimnis daraus, wie eng seine Beziehung zu den schwedischen Athletinnen und Athleten ist: „Sie bedeuten mir sehr viel. Ich bin jetzt im zehnten Jahr bei ihnen und habe immer gesagt, dass sie meine zweite Familie sind.“
„Viel Zeit und Energie“
Nach dem gewonnenen Staffel-Silber der Damen musste sich der Cheftrainer erst für ein paar Minuten sammeln, bevor er mit dem restlichen Team feiern konnte.
„Ich glaube, niemand kann nachvollziehen, wie viel Zeit und Energie er dafür aufwendet“, berichtete Elvira Öberg. „Dass wir dann in beiden Staffeln erfolgreich sind, ist für dieses Team eine große Sache. Ich verstehe, dass Johannes davon bewegt sein kann.“