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Olympia: Biathlon-Star muss nach Führung aufgeben

„Schlimmstes Gefühl, das ich je erlebte“

Mitfavorit Tommaso Giacomel muss, im Massenstart in Führung liegend, aufgeben. Er spricht vom schlimmsten Gefühl seines Lebens.
Tommaso Giacomel musste in Führung liegend aufgeben
Tommaso Giacomel musste in Führung liegend aufgeben
© IMAGO/LaPresse
Mitfavorit Tommaso Giacomel muss, im Massenstart in Führung liegend, aufgeben. Er spricht vom schlimmsten Gefühl seines Lebens.

Der Italiener Tommaso Giacomel musste den abschließenden olympischen Massenstart bei den Männern in Führung liegend aufgeben. Nach dem zweiten Schießen wurde der Zweitplatzierte im Gesamt-Weltcup der Männer zunächst langsamer und langsamer, während die Konkurrenz an ihm vorbeizog.

Der 25-Jährige musste auf der dritten Laufrunde dann schlussendlich aufgeben. Niedergeschlagen saß der Mitfavorit - umringt von Betreuern - am Streckenrand und hatte sichtlich mit der Atmung zu kämpfen.

„Schlimmstes Gefühl, das ich erlebt habe“

„Er verspürte plötzlich starke Schmerzen im Bereich des Herzens und konnte nicht mehr atmen, sodass er aufgeben musste“, klärte der Pressesprecher des italienischen Wintersportverbands, Andrea Facchinetti, auf.

Rund drei Stunden nach dem Rennen meldete sich der Italiener dann auf Instagram aus dem Krankenhaus zu Wort. „Gleich nach der zweiten Liegeposition funktionierte mein Körper irgendwie nicht mehr richtig und ich hatte große Schwierigkeiten zu atmen und mich zu bewegen, deshalb musste ich aufhören“, erklärte er.

Der Biathlet schrieb vom „schlimmsten Gefühl, das ich bisher in meinem Leben erlebt habe“. Seine Aufgabe sei alternativlos gewesen: „Es ist niederschmetternd, aufzugeben, aber ich konnte heute nichts gegen meinen eigenen Körper ausrichten. Mein Körper hat mir das Skifahren nicht mehr erlaubt.“

Trotz des bitteren Ausgangs schickte der Italiener bereits eine Fan-Botschaft mit dem Blick auf die nächsten Winterspiele: „Das ist absolut nicht das Ende der Spiele, das ich mir erhofft hatte, aber ich werde niemals aufgeben. Vier Jahre vergehen wie im Flug, und ich werde es in Frankreich erneut versuchen.“

Giacomel kommt mit dem Druck nicht klar

Die bisherigen Olympischen Spiele waren ohnehin noch nicht die des Tommaso Giacomel. Als einer der Hoffnungsträger der Gastgeber für die Winterspiele auserkoren, enttäuschte er auf ganzer Linie.

„Ich habe versagt“, hatte Giacomel schon nach seinem 22. Platz im Sprintrennen gesagt.

Die Rolle des Mitfavoriten schien dem Italiener eine hohe Bürde auferlegt zu haben. „Ich bin sehr enttäuscht. Das Schlimmste ist, dass ich als Favorit oder einer der Favoriten hierhergekommen bin. Das macht mich sehr wütend“, hatte er bilanziert.

Olympia: Auch im Massenstart keine Medaille

Eigentlich wollte der Italiener ausgerechnet in seinem Lieblingsformat, dem Massenstart, seine Durststrecke bei den Winterspielen beenden: „Der Massenstart ist das Format, in dem ich bislang den meisten Erfolg hatte“, hatte Giacomel zuvor noch optimistisch vorausgeblickt. Daraus wurde aber nichts.