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In die eigene Tasche gelogen

In die eigene Tasche gelogen

Deutschlands Eishockey-Nationalmannschaft scheitert im Olympia-Viertelfinale deutlich, auch Superstar Leon Draisaitl enttäuscht. Der DEB hat die Lage falsch eingeschätzt. Ein Kommentar.
Der Medaillentraum von Leon Draisaitl und Co. ist geplatzt, die nominell stärkste deutsche Eishockey-Nationalmannschaft der Geschichte im olympischen Viertelfinale an der Slowakei klar mit 2:6 gescheitert.
Deutschlands Eishockey-Nationalmannschaft scheitert im Olympia-Viertelfinale deutlich, auch Superstar Leon Draisaitl enttäuscht. Der DEB hat die Lage falsch eingeschätzt. Ein Kommentar.

Leon Draisaitl blickte starr ins Leere. Statt des Halbfinaleinzugs gab es eine Packung gegen die Slowakei - der Medaillentraum war geplatzt.

Draisaitl und die anderen NHL-Profis hatten die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft auf einen Coup bei Olympia hoffen lassen. Im Vorfeld war vom besten DEB-Team der Geschichte die Rede gewesen. Doch in Mailand kam die Mannschaft trotz des Auftakterfolges gegen Dänemark nie richtig im Turnier an. Sie schaffte ansonsten nur einen Pflichtsieg gegen Frankreich in den Playoffs zum Viertelfinale – zu wenig für die offensiv formulierten Ansprüche.

Das ernüchternde Abschneiden an Draisaitl festzumachen, wäre zu einfach. Ja, dem NHL-Superstar gelangen nur zwei Tore und er konnte das Team nicht wie gewünscht mitreißen. Einsatz und Wille konnte man ihm aber nicht absprechen. Stattdessen versteckten sich zu viele Mitspieler hinter dem Fahnenträger des Olympia-Teams.

Drei Fehleinschätzungen des DEB

Der DEB ist gleich mehreren Fehleinschätzungen aufgesessen und hat dabei selbst nicht alles richtig gemacht. Erstens: Ein paar Superstars machen nicht automatisch eine bessere Mannschaft.

Zweitens: In diesem Zusammenhang war die Ablösung des langjährigen Kapitäns Moritz Müller durch Draisaitl ein Fehler, weil sie das Teamgefüge unnötig durcheinandergebracht hat. In Mailand wirkte es nicht so, als dass sich jeder für den anderen zerreißen würde.

Drittens: Andere Nationen profitieren noch viel mehr von der Anwesenheit der Profis aus der besten Liga der Welt.

Das krachende Viertelfinal-Aus ist auf jeden Fall eine große Enttäuschung. Eine Sensation ist es aber nicht. Der DEB hat sich auch ein bisschen in die eigene Tasche gelogen.