72 Sekunden fehlten zum großen Coup - doch am Ende zerplatzte der Traum der Schweizer vom ersten Halbfinale bei einem olympischen Eishockey-Turnier in der Overtime auf dramatische Weise.
Dramatisches Comeback von Olympiasieger! "Bittere Pille für die Schweiz"
„Bittere Pille für die Schweiz“
Dem Vize-Weltmeister ging im Viertelfinale gegen Finnland in der Endphase die Kraft aus. Beim 2:3 (2:0, 0:0, 0:2, 0:1) nach Verlängerung verspielten die Schweizer spät eine 2:0-Führung.
Besonders bitter: Der Schweizer NHL-Star Jonas Siegenthaler von den New Jersey Devils fälschte den Puck 72 Sekunden vor dem Ende ins eigene Netz ab. Der Treffer wurde dem Finnen Miro Heiskanen gutgeschrieben, in der Overtime machte Artturi Lehkonen (64.) von den Colorado Avalanche dann das Weiterkommen des Peking-Olympiasiegers perfekt, die Schweiz versank in Tränen.
Presse leidet mit Schweizern: „Herzschmerz in Mailand“
„Bittere Pille für die Schweiz“, schrieb das Schweizer Boulevardblatt Blick. Die Neue Zürcher Zeitung titelte: „Herzschmerz in Mailand.“
Goalie Leonardo Genoni, der die Schweizer mit seinen Paraden lange auf Halbfinal-Kurs gehalten hatte, war untröstlich. „Es tut weh. Es schmerzt echt“, sagte Genoni: „Wir wollten gewinnen und haben nicht gewonnen. Das schmerzt genug, da müssen wir uns nicht mit Ausreden trösten.“
Vor vier Jahren in Peking waren die Schweizer ebenfalls am späteren Goldmedaillengewinner Finnland im Viertelfinale gescheitert. Damals war das Team von Patrick Fischer allerdings mit 1:5 chancenlos - diesmal fehlten ein paar Sekunden zum großen Erfolg.
Zwar haben die Schweizer im Eishockey schon zweimal bei Olympia Bronze geholt (1928 und 1948), damals wurde allerdings noch in einem anderen Modus gespielt. Ein Halbfinale wäre für die Schweiz eine Premiere gewesen.