Im olympischen Halbfinale zwischen Schweden und den USA sorgte eine Szene für hitzige Diskussionen. Beim stand von 5:0 für die Amerikanerinnen brachte Abbey Murphy die schwedische Torhüterin Emma Söderberg hinter dem Tor zu Fall. Dabei traf sie Söderberg nach Ansicht vieler Beobachter am Kopf.
Olympia 2026: Kopfstoß-Eklat sorgt für großen Wirbel
Kopfstoß-Eklat bei Olympia
Die Schiedsrichter entschieden lediglich auf zwei Minuten wegen Torwartbehinderung - eine Entscheidung, die bei Spielerinnen und TV-Experten für massive Kritik sorgte.
„Da ist eindeutig eine Spielstrafe“
SVT-Experte Jonas Andersson reagierte während der Live-Übertragung wütend: „Das ist eindeutig eine Spielstrafe. Wenn das kein Kopfstoß ist, dann weiß ich nicht, was ein Kopfstoß ist. Sie trifft sie direkt am Kopf. Sie hat alle Möglichkeiten der Welt, auf den Beinen zu bleiben. Ich bin wütend.“
Während der letzten Pause wurde die Szene im Studio erneut diskutiert. Maria Rooth und Andersson sprachen von einer klaren Fehlentscheidung. Andersson nannte die Situation sogar „widerlich“.
Auch Söderberg selbst äußert sich nach dem Spiel: „Für mich fühlt es sich so an, als hätte sie mich direkt am Kopf getroffen. Die Schiedsrichter sahen darin aber keinen Kopfkontakt.“
„Nächstes Mal härter zuschlagen“
Doch die Szene hatte noch ein Nachspiel. Schwedens Jessica Adolfsson stellte Murphy nach dem Foul zur Rede und wurde ebenfalls mit zwei Minuten bestraft. Die Amerikanerin ging nach einem leichten Stoß zu Boden.
„Für mich ist es selbstverständlich, mich für meine Torhüterinnen einzusetzen. Ich fand das unnötig von ihr und ging zu ihr hin und sagte: ‚Das darfst du nicht machen und tu das nicht noch einmal‘“, erklärte Adolfsson nach dem Spiel.
Auch Mira Jungaker fand nach dem Spiel deutliche Worte. „Ich finde es ein bisschen erbärmlich, sich so zu verhalten, sich so herumzuwerfen, wenn man so talentiert ist wie sie.“ Besonders hart ging sie zudem mit der Entscheidung der Unparteiischen ins Gericht, und bezeichnete diese ebenfalls als „erbärmlich“.
Noch schärfer formulierte es Anna Kjellbin im SVT-Studio nach der Partie. „Ich wünschte, ‚Jess‘ hätte härter zugeschlagen, denn jeder weiß, dass sie schon bei der kleinsten Berührung zu Boden gegangen wäre. Also nächstes Mal härter zuschlagen“.
USA gewinnt klar – Knight verteidigt Murphy
Sportlich blieb die Szene ohne Einfluss auf das Ergebnis. Die USA gewannen das Halbfinale souverän mit 5:0 und ziehen ins olympische Finale ein, dort erwarten sie Kanada, die das Halbfinale gegen die Schweiz mit 2:1 gewannen.
US-Kapitänin Hillary Knight nahm Murphy nach dem Spiel in Schutz: „Ich kenne ‚Murph‘ und sie ist nicht darauf aus, jemanden zu verletzen. Ich weiß nicht, ob sie sie nicht gesehen hat oder was passiert ist. Ich habe mit Emma zusammen gespielt und hoffe, dass es ihr gut geht.“
Für Schweden bleibt neben der klaren Niederlage vor allem der Ärger über eine Entscheidung, die aus ihrer Sicht dem olympischen Geist nicht gerecht wurde.