Die deutschen Eishockey-Stars um den glücklosen Leon Draisaitl haben bei den Olympischen Winterspielen einen schweren Dämpfer kassiert.
Olympia 2026: Rückschlag für Draisaitl und Co. - DEB-Team unterliegt Lettland
DEB-Team kassiert schweren Dämpfer
Die mit NHL-Stars gespickte, aber wenig überzeugende Mannschaft von Bundestrainer Harold Kreis verlor am Samstag ihr zweites Gruppenspiel gegen Außenseiter Lettland mit 3:4 (2:1, 0:1, 1:2) und muss auf dem Weg ins Viertelfinale nun mit hoher Wahrscheinlichkeit den ungeliebten Umweg über die Qualifikation gehen.
Zwei Tage nach dem zähen Auftaktsieg gegen Dänemark (3:1) brachten Lukas Reichel (3.) und Lukas Kälble (17.) das DEB-Team zwei Mal in Führung. Dans Locmelis (16., 29.), Eduards Tralmaks (49.) und Renars Krastenbergs (52.) drehten das Spiel für die Letten. Durch Tim Stützle (58.) kam Deutschland spät noch einmal heran.
„Wir haben noch ein bisschen Arbeit vor uns. Zu viel Penalty Killing, Powerplay kann um einiges besser sein, um uns zum richtigen Zeitpunkt ein bisschen Momentum zu geben. Es sind alles Kleinigkeiten, die wir besser machen können“, sagte Draisaitl bei Eurosport und fügte hinzu: „Ich weiß nicht, ob da jetzt viel Positives dabei ist. Es war ein enges Spiel und zum Ende hin haben wir uns ein paar Chancen kreiert. Alles in allem wollen wir über 60 Minuten schon besser spielen.“
Auch John-Jason Peterka wollte sich nicht zu viele Gedanken machen. „Wir müssen einfach unsere Chancenverwertung verbessern. Das Spiel muss abgehakt werden, so schnell wie möglich“, betonte der Stürmer der Utah Mammoth.
Draisaitl und Co. klarer Außenseiter
Der deutsche Weg ins Viertelfinale entscheidet sich am Sonntag, wenn im Gruppenfinale das Duell mit Weltmeister USA (21.10 Uhr) ansteht. Draisaitl und Co. sind dann nicht nur aufgrund der bislang durchwachsenen Leistungen klarer Außenseiter, ein Sieg wäre eine Überraschung. Nur die drei Gruppensieger sowie der beste Zweite stehen direkt im Viertelfinale.
Die deutsche Mannschaft erwischte gegen Lettland wie im Auftaktspiel einen Traumstart - und wieder war auf einen Nordamerika-Legionär Verlass. Reichel belohnte das DEB-Team nach 2:06 Minuten für einen schwungvollen Start. Am Donnerstag hatte Draisaitl nach nur 23 Sekunden getroffen, diesmal war er bei zehn Torschüssen glücklos.
Das DEB-Team hielt nach der Führung den Druck zunächst aufrecht, verlor im Verlauf des ersten Drittels aber wie schon gegen Dänemark den Zugriff und war defensiv immer stärker gefordert. Torhüter Philipp Grubauer zeigte einige starke Paraden, war beim Ausgleich im lettischen Powerplay aber machtlos. Kälbles schneller Gegenschlag drehte das Momentum in einer kritischen Phase.
Draisaitl vergibt freistehend
Deutschland geriet im zweiten Drittel defensiv dennoch zunehmend in Schwierigkeiten und leistete sich Undiszipliniertheiten. Tobias Rieder stellte mit einem Foul an der Bande eine doppelte Unterzahl her. Lettland bestrafte dies prompt. Die erneute Chance zum schnellen Führungstreffer vergab Draisaitl (31.), der sich später die Hand mit Eis kühlte, freistehend.
Auch in der Folge fehlte dem Top-Stürmer der Edmonton Oilers das Glück. Im eigenen Powerplay blieb Deutschland lange ungefährlich. Im Schlussdrittel entglitt dem deutschen Team das Spiel. Erst als Grubauer sein Tor verließ und Deutschland volles Risiko ging, wurde der Druck größer. Stützle (Ottawa Senators) mit seinem dritten Turniertor ließ die Hoffnung noch einmal wachsen.