Kacper Tomasiak hatte schon geahnt, was auf ihn zukommen würde. Nach seinem olympischen Silbersprung von der Normalschanze habe er bewusst das Internet und die sozialen Medien gemieden. „Weil ich wusste, dass ich beliebter sein würde als zuvor und es daher schwieriger sein würde, konzentriert zu bleiben“, erklärte Tomasiak.
Olympia 2026: Ein Segen fürs Skispringen
Ein Segen für eine ganze Sportart
Er ließ sich nicht beirren, legte Bronze von der Großschanze nach und sorgte für die nächsten Jubelstürme bei den polnischen Fans in Predazzo. In seiner Heimat wird er bereits gefeiert wie ein Popstar. Die in Italien anwesenden polnischen Journalisten hoben vor allem eine Qualität hervor: Nerven wie Drahtseile.
Skispringen: Raimund zollt Tomasiak Respekt
Auch Deutschlands Olympiasieger Philipp Raimund zollte Tomasiak, der kurz vor Beginn der Winterspiele seinen 19. Geburtstag gefeiert hatte, großen Respekt. „Dass er auf der schwierigen Großschanze da anschließen konnte, saugut. Das hat er bravourös gelöst“, sagte Raimund, der mit Platz neun diesmal keine Chance auf eine weitere Medaille hatte – anders als Tomasiak.
Andreas Wellinger, auf Platz 15 zweitbester Deutscher, huldigte Tomasiak ebenfalls und befand: „Extrem cool. Es ist für unseren Sport natürlich enorm gut, weil Polen die Skisprungnation schlechthin ist.“
Olympia: Tomasiak macht Kampfansage
In Polen steht Tomasiak für einen Generationenwechsel. Während der dreimalige Olympiasieger Kamil Stoch auf Platz 21 landete, lieferte Tomasiak gleich bei seinen ersten Winterspielen gleich doppelt. Eine Medaillenchance hat er in Predazzo sogar noch. Im Teamwettbewerb gilt er mit seinem Partner Pawel Wasek aber eher als Außenseiter.
Dafür blickte Tomasiak bereits voraus auf Olympia 2030, scheute auch nicht vor einer indirekten Kampfansage an Dominator Domen Prevc zurück – und formulierte selbstbewusst sein großes Ziel: „Ich hoffe, dass ich in vier Jahren um Gold kämpfen kann.“