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Olympia 2026: Medaillenanwärter im Skispringen disqualifiziert!

Medaillenanwärter disqualifiziert!

Schlechte Nachrichten für Daniel Tschofenig. Der Österreicher wird im Skispringen von der Großschanze disqualifiziert. Im Nachgang zeigt er sich selbstkritisch.
Philipp Raimund holte auf der Normalschanze noch Olympia-Gold. Auf der Großchance muss sich die deutsche Hoffnung allerdings geschlagen geben.
Schlechte Nachrichten für Daniel Tschofenig. Der Österreicher wird im Skispringen von der Großschanze disqualifiziert. Im Nachgang zeigt er sich selbstkritisch.

Disqualifikation beim olympischen Skispringen von der Großschanze: Der Österreicher Daniel Tschofenig ist nach dem ersten Durchgang disqualifiziert worden. Er war mit einem zu großen Schuh gesprungen.

Nach dem ersten Durchgang lag Tschofenig ursprünglich auf Rang acht und durfte sich eigentlich noch leise Hoffnungen auf eine Medaille machen. Es folgte noch vor dem zweiten Durchgang die bittere Nachricht für den Medaillenanwärter, dass der Wettbewerb für ihn nun beendet ist.

Es ist die erste Disqualifikation im Skispringen bei den Olympischen Spielen 2026. Die österreichische Zeitung Krone berichtet, dass der Schuh um vier Millimeter zu groß gewesen sei und schrieb von einem „Drama im Skispringen“.

Tschofenig zeigt sich selbstkritisch: „War naiv“

Tschofenig erklärte nach dem Springen, dass er einen neuen Schuh ausprobiert habe, nachdem es im Training zuvor nicht gut gelaufen war. Die Ergebnisse im Training waren aber richtig schlecht. Dann habe ich gedacht, ich probiere es mit etwas anderem und es war gut", schilderte er in einer Medienrunde - unter anderem mit SPORT1.

Leider habe er sich jedoch ein wenig zu leichtsinnig verhalten. „Ich war so naiv und habe nicht selbst nachgemessen. Dann war er ein bisschen zu lange“, zeigte er sich selbstkritisch.

Der Tourneesieger hat nicht damit gerechnet, dass ein etwas zu langer Schuh geliefert worden sein könnte. „In letzter Zeit kam nie ein Schuh, der zu lang war. Sie waren immer einen halben Zentimeter zu kurz. Ich habe gedacht, es wird jetzt genauso sein“, schilderte er. Der linke Schuh sei zwar in Ordnung - der rechte Schuh aber ein wenig zu weit gewesen.

Einen Vorteil habe er allerdings nicht verspürt: „Ich bin deswegen keinen Millimeter weiter gehüpft.“

Die Disqualifikation wollte er nicht anfechten. „Regeln sind Regeln und ich finde es prinzipiell gut, dass man es so durchzieht. Von daher kann ich auf keinen angefressen sein, außer auf mich selber“, machte er deutlich.

Kraft leidet mit Tschofenig: „Das ist sehr bitter“

Stefan Kraft bedauerte auf SPORT1-Nachfrage die unglückliche Disqualifikation seines Teamkollegen, machte aber auch deutlich, dass Tschofenig selbst die Verantwortung trage.

„Es ist blöd gelaufen, ehrlich gesagt. Natürlich ist es ein Fehler von ihm, der Athlet ist immer selber schuld“, erklärte er. Man müsse den Schuh „immer kontrollieren“.

Selbst wenn die richtigen Maße bestellt und diese auf dem Schuhe angeben seien, könne es zu minimalen Abweichungen kommen. „Das ist sehr bitter, weil die drei Millimeter bringen dir wirklich gar nichts. Aber Regeln sind Regeln“, machte Kraft deutlich.

Hannawald: „Das ist verboten“

Legende Sven Hannawald wollte dem ÖSV-Adler keine Absicht unterstellen, empfand die Disqualifikation aber für richtig.

„Das ist verboten. Ich sehe, dass Tschofenig schon versucht, alles zu finden, weil er sich für sich selber leider im Kreis dreht. Er hat schon andere Zeiten hinter sich. Er weiß nicht, was er gerade machen soll. Es war ein anderer Schuh, ich will ihm jetzt nicht unterstellen, dass es Absicht war“, sagte der Experte in der ARD.

Ob ein größerer Schuh den Athleten einen Vorteil verschafft? „Wenn man größere Schuhe nimmt, wandert die Skispitze nach vorne. Dann hat man in der Luft mehr Vorderski“, klärte Hannawald auf.

Zu viel am Material herumgetüftelt?

Das Portal Heute.at berichtet: „Nach verkorksten Trainings hatte der Kärntner viel am Material herumgetüftelt und dabei wohl das Reglement aus den Augen verloren.“

Tschofenig hatte vor etwas mehr als einem Jahr noch die Vierschanzentournee 2024/25 gewonnen. Auf der Normalschanze landete er beim Gold-Coup von Philipp Raimund auf dem 9. Platz.

Raimund belegte nach dem ersten Durchgang zunächst Rang elf, rückte aber durch die Disqualifikation von Tschofenig auf Platz zehn vor. Im zweiten Durchgang verbesserte sich Raimund um einen Platz - der Deutscher wurde Neunter. Der Sieg ging an Dominator Domen Prevc aus Slowenien. Das deutsche Team um Raimund enttäuschte.