Medaille knapp verpasst! Das deutsche Skisprung-Duo Philipp Raimund und Andreas Wellinger ist im Super Team knapp am Podium vorbeigeschrammt. Wegen starken Schneefalls wurde das Springen im 3. Durchgang abgebrochen.
Olympia: Abbruch! Drama um deutsche Skispringer
Drama um deutsche Skispringer
„Der Wettergott ist wie er ist. Es ist einfach beschissen gerade“, ärgerte sich Wellinger nach dem Springen beim ZDF. Die Wertung nach dem zweiten Durchgang, nach welchem Deutschland 0,3 Punkte Rückstand (umgerechnet: 16 Zentimeter) auf Bronze (Norwegen) hatte, wurde vorläufig als abschließende Wertung bestimmt.
Bitter: Philipp Raimund hatte das Duo mit einem bärenstarken Sprung in der 3. Runde noch in Führung gebracht und auf eine Medaille hoffen lassen. Danach wurde das Springen jedoch beendet.
Gold holten Jan Hörl und Stephan Embacher für Österreich, Silber gewannen die Polen.
Olympia - Skispringen: „Es ist eine skurrile Stimmung“
„0,3 ist gar nichts. Ich bin mir sicher, dass wir mit dem letzten Sprung von Hille noch aufs Podest gesprungen wären. Weil der einfach so verdammt gut war“, ließ Wellinger seinen Frust heraus.
Im Anschluss gab es von den Zuschauern vor Ort sogar Buhrufe, weil lange nicht klar war, wie es mit dem Springen weitergehen soll. „Es ist eine skurrile Stimmung“, fand Wellinger. „Wir wussten auch nicht, was hier gerade passiert.“
Ob der Abbruch die richtige Entscheidung sei?
„Ich weiß es nicht. Man hätte möglicherweise die Luke eine oder zwei Stellen runter machen können“, schlug Raimund vor: „Aber das ist die Aufgabe der Jury und nicht meine Aufgabe. Ich habe alles gemacht, was ich konnte. Dass es so knapp ist, tut weh.“
Skispringen: FIS-Boss begründet Abbruch
Raimund hatte zuvor mit Sprüngen über 137,0 und 137,5 Metern eine starke Vorstellung gezeigt. Wellinger blieb mit Sprüngen über 127,5 und 123,5 Meter klar dahinter.
Das Resultat ist für die Skispringer das schlechteste Olympia-Abschneiden seit Vancouver 2010. Damals gewann man nur eine einzelne Medaille (Silber). Bei diesem Winterspielen war Raimund sensationelle Gold-Medaille von der Normalschanze die einzige.
„Wir hatten plötzlich heftigen und nassen Schneefall“, begründete Skisprung-Renndirektor Sandro Pertile, der die Vorgehensweise erläuterte: „Wir versuchten die Spuren zu säubern, aber wir haben sofort gesehen, dass wir die Geschwindigkeit dort verloren. Der Unterschied war sehr sensibel. Der nächste Punkt war, dass wir komplett andere Windbedingungen hatten. Es wäre unfair gewesen, weiterzumachen.“