Skispringen>

Emotionale Gold-Überraschung bei Olympia: Hannawald verblüfft

Gold-Überraschung im Skispringen

Weltmeisterin Nika Prevc verpasst die olympische Goldmedaille im Skispringen von der Normalschanze. Eine Norwegerin sorgt für eine große Überraschung. Erstmals ist keine deutsche Athletin auf dem Podest.
Nika Prevc galt vor den Olympischen Spielen als haushohe Favoritin im Skispringen. Am Ende musste sich die Dominatorin jedoch geschlagen geben – eine andere Athletin sicherte sich die Goldmedaille.
Weltmeisterin Nika Prevc verpasst die olympische Goldmedaille im Skispringen von der Normalschanze. Eine Norwegerin sorgt für eine große Überraschung. Erstmals ist keine deutsche Athletin auf dem Podest.

Gold-Überraschung im Skispringen bei Frauen von der Normalschanze! Anna Odine Ström hat die Topfavoritin Nika Prevc bei den Olympischen Winterspielen auf Platz zwei verwiesen und durfte sich über den Sieg freuen. Nozomi Maruyama aus Japan holte Bronze.

Ström war mit Flügen auf 100,0 und 101,0 Metern nicht zu schlagen. Prevc verpasste das fest eingeplante Gold. Die Slowenin wirkte unmittelbar nach dem Springen fassungslos und weinte.

Mit dieser Überraschung hat Hannawald nicht gerechnet

„Niemand hätte nach dem Probedurchgang das Ergebnis unterschrieben – kein Zuschauer und ich auch nicht“, reagierte ARD-Experte Sven Hannawald auf die Überraschung.

Er fügte hinzu: „Es gibt Dinge, die bei den Olympischen Spielen passieren, obwohl sie niemand unterschreiben würde und dann gibt es eine andere Siegerin.“

Goldfavoriten zeigte Nerven

Hannawald sagte, dass man gesehen habe, dass Prevc Nerven gezeigt und die großen Erwartungen an ihr gespürt hat. „Sie hat schon beim Probesprung gemerkt, dass sie Olympiasiegerin werden kann und das ist dann ein ganz anderer Druck als bei den Weltcups. Sowas geht dann auch ins Innere. Sie ist nicht so gesprungen, wie sie wollte und letztlich hat es dann nicht gereicht“, erklärte der 51-Jährige.

Gleichzeitig betonte die deutsche Skisprung-Legende, dass es kein glücklicher Sieg für Ström sei: „Sie hat sich ihn verdient. Aber auch die äußeren Faktoren haben mitgespielt, indem die Oberfavoriten ausgelassen hat. Das soll ihren Sieg aber nicht mindern, den hat sie sich einfach erarbeitet.“

Erstmals kein deutsches Podest

Für das DSV-Team endete dagegen eine beeindruckende Serie: Bei der vierten Olympia-Entscheidung der Geschichte stand erstmals keine Deutsche auf dem Podest. Carina Vogt hatte bei der Premiere 2014 Gold gewonnen, danach holte Schmid zweimal Silber.

Selina Freitag Siebte, Agnes Reisch Neunte: Die deutschen Skispringerinnen haben nach einem verpatzten ersten Durchgang die erhoffte Medaille von der Normalschanze verpasst.

Seyfarth scheidet vorzeitig aus

Freitag fehlten nach Sprüngen auf 94,5 und 97,5 umgerechnet gut acht Meter zum Podest. Die deutsche Fahnenträgerin Katharina Schmid, 2018 und 2022 noch mit Silber dekoriert, startete sogar nur mit Rang 16 in das letzte Großereignis ihrer Karriere.

Juliane Seyfarth folgte erst auf dem 32. Platz. Schon nach dem ersten Durchgang, als Reisch als beste Deutsche den neunten Rang belegte, war die Medaille quasi unerreichbar.

Bundestrainer Heinz Kuttin hatte sich nach den starken Vorleistungen durchaus mehr erhofft. „Selina und Agnes sind richtig gut drauf, beide haben richtig gute Medaillenchancen“, hatte der Österreicher vor dem Wettkampf gesagt. Reisch, Freitag und Schmid hatten in dieser Saison alle schon das Podest erreicht.

-----

Mit Sport-Informations-Dienst SID)