Prevc-Coach äußert pikanten Verdacht

Prevc-Coach Robert Hrgota bemängelt die fehlende Fairness bei der Materialkontrolle. Die FIS soll zum "Wohle des Sports" bei Regelverletzungen anderer Teams weggesehen haben.
Beim Skispringen leben die Athleten den Traum vom Fliegen - insbesondere auf den ganz großen Schanzen. Inzwischen sind Sprünge auf weit über 200 Meter möglich. SPORT1 zeigt die Entwicklung des Weltrekords.
Prevc-Coach Robert Hrgota bemängelt die fehlende Fairness bei der Materialkontrolle. Die FIS soll zum "Wohle des Sports" bei Regelverletzungen anderer Teams weggesehen haben.

Der slowenische Skispringer Domen Prevc hat den Winter fast nach Belieben dominiert und neben den Triumphen bei der Tournee, der Skiflug-WM und im Gesamtweltcup auch die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen gewonnen.

Trotz der Überlegenheit seines Ausnahmefliegers, moniert Nationaltrainer Robert Hrgota, dass vor allem bei den Winterspielen nicht alles fair zugegangen sei. Er sieht Prevc und das slowenische Team benachteiligt.

Skispringen: Prevc und Co. unfair behandelt?

„Zu Beginn des letzten Winters waren die Regeln für alle gleich. Doch dann zeigten sich im Laufe der Saison große Unterschiede bei der Kontrolle. Gerade bei den Olympischen Spielen riskierten bestimmte Nationalmannschaften erheblich, was sich für sie auszahlte. Das war nicht richtig“, monierte Hrgota.

Der 37-Jährige vertritt die Meinung, dass die Regelhüter die Slowenen und andere Nationen nicht mit gleichen Maßstäben beäugt haben.

„Zum Wohle des Sports wurden Dinge übersehen. Und das war nicht richtig. Die Augen waren auf Domen und damit auf all unsere Jungs gerichtet, während uns andere links und rechts überholen konnten, was unseren Jungs gegenüber nicht fair war“, kritisierte er.

Hrgota geht allerdings nicht näher darauf ein, welche Nationen und Athleten er mit seinen Aussagen konkret meint. Zur Wahrheit gehört, dass sich im vergangenen Weltcup-Winter auch slowenische Skispringer an der Grenze des Reglements oder darüber hinaus bewegten. Timi Zajc wurde im Rahmen der Tournee zweimal disqualifiziert, nach Olympia erwischte es dann sogar Prevc, der in Lahti für seine genutzte Skilänge zu leicht war.

Bei den Winterspielen war Prevc von der Normalschanze an den Medaillenrängen vorbeigeflogen (6.), wurde dann aber auf der Großschanze seiner Favoritenrolle gerecht. Für die Slowenen gab es zudem Gold im Mixed-Team, Nika Prevc sicherte sich im Einzel einmal Silber und einmal Bronze.

„Was uns betrifft, werden die Regeln keinen Einfluss haben“

Aktuell befindet sich das slowenische Team am Beginn der Vorbereitungen auf die kommende Saison. Dabei liegt ein großes Augenmerk auf dem Thema Anzüge. „Der Trend geht in Richtung stärkerer Einschränkungen“, verdeutlichte Hrgota, der darin jedoch einen Vorteil für seine Athleten sieht.

„Was uns betrifft, werden die Regeln keinen Einfluss haben. Was andere Nationalmannschaften angeht, vor allem nach dem, was ich gegen Ende der Saison gesehen habe, sogar ziemlich viel“, sagte Hrgota. Er ist er überzeugt davon, dass einige Nationen ihr Material nun wieder mehr anpassen müssen.

Bereits in der Saison 2024/25 wurde der FIS von zahlreichen Nationen vorgeworfen, die Kontrollen zu lasch zu gestalten, ehe es bei der Nordischen Ski-WM zum großen Eklat kam.

Mathias Hefele sollte daraufhin als neuer Material-Chefkontrolleur wieder für die strikte Einhaltung der Regeln sorgen. Von vielen Nationen erhielt der Österreicher für seine Arbeit Lob. In Slowenien sieht man die Entwicklung hingegen nicht ganz so positiv.