Michael Franke weiß genau, mit welchem Satz er immer wieder gerne zitiert wird: „Dem Ball ist es völlig egal, wer draufhaut.“ Der Vorstandsvorsitzende des FT München Gern wird nicht müde, ihn als Erklärung dafür zu wiederholen, welche Bedeutung Sportvereine haben.
Er gibt dem Amateurfußball eine Stimme - Flutlicht an!
Er gibt dem Sport eine Stimme
„Im Sport gelten Regeln, die für alle gleich sind“, führt Franke aus. Natürlich seien Vereine wichtige Orte der Begegnung: Er selbst hat dort als Kind Freundschaften geschlossen, von denen manche bis heute bestehen. Aber auch als Stützpfeiler der Demokratie beschreibt er sie, als einen Ort, an dem Werte gelebt und vermittelt werden; als eine Art Sozialprojekt der Gesellschaft.
Vom „Stöpsel“ zum Vereinsmenschen
Franke selbst ist als kleiner „Stöpsel“ zum Verein gekommen, erzählt er – und fügt lachend an: Wieso die Eltern ihn ausgerechnet zum FT Gern gebracht hätten, wisse er nicht, der habe seinerzeit die schlechtesten Plätze gehabt. Als er mit acht Jahren Mitglied werden darf, ist das „etwas ganz Tolles für mich. Ich war wunschlos glücklich“, erinnert er sich.
Neben der Familie wird der FT Gern ein wichtiger Dreh- und Angelpunkt. „Vereins leben war für mich immer der soziale Kern, das Umfeld, in dem ich mich wohlgefühlt habe.“ Hier erlebt er das Gefühl von Zuhause, von Heimat und Vertrauen. Als Spieler durchläuft er sämtliche Jahrgänge, daneben beginnt der 1965 geborene Franke, sich in Ämtern zu engagieren.
Er habe dafür keine konkreten Vorbilder gehabt, erzählt der Macher. Vielmehr sei das für ihn eine natürliche Entwicklung gewesen. Der Verein hat ihm etwas bedeutet, er wollte Dinge bewegen und verändern – sich im Vorstand einzubringen, war dafür der Weg.
Der „Gschaftlhuber“: Kritik + Tatkraft
Sich selbst bezeichnet Franke als Gschaftlhuber: umtriebig, immer in Bewegung und eben am Machen interessiert statt daran, sich zu beschweren. Kritik üben, das kann er natürlich schon, und hat das in der Vergangenheit auch lautstark getan, wenn es um Strukturen im Sport geht, die ihm nicht sinnvoll erscheinen. Aber immer in Verbindung mit eigener Tatkraft.
So gründet Franke 2018 die Interessengemeinschaft Sport München. Erst hatte er vor, Sport mit einer neuen Partei voranzubringen, letztlich erschien die IG aber sinnvoller. Mit solchen Initiativen kommt er ins Gespräch, sowohl mit Gleichgesinnten, als auch mit Menschen, die anderer Meinung sind, aber in den selben Themen aktiv. Beides schätzt Franke, der unkt, in manche Strukturen werde er auch eingebunden als Versuch, ihn zu „domestizieren“.
Stimme für den Amateur-Sport
Den Amateurinnen, dem „kleinen Sport“ und den engagierten Vereinen an der Basis eine Stimme zu geben, das sind Frankes Anliegen. Sein Engagement bei den Hartplatzhelden rührt genau daher, die derzeit ihre zweite große Amateurinnenkonferenz planen. Und auch seine Idee, mit Gerd Thomas als Tandem für einen Posten im DFB-Präsidium zu kandidieren, wohl wissend, dafür hätten beide von ihren Landesverbänden nominiert werden müssen.
Geklappt hat das bekanntlich nicht, aber Gespräche haben sich ergeben und Kontakte, neue Türen sind aufgegangen und Franke konzentriert sich auf diese Erfolge. Schließlich geht es ihm um die Sache, um die Kraft des Sports und darum, wie man sie bestmöglich nutzen kann.